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Im Vergleich : Das sind die besten Notiz-Apps

  • -Aktualisiert am

Nie wieder Zettelchaos versprechen die digitalen Helfer. Bild: dpa

Klassischer Klebezettel oder doch eine App? Es gibt viele Wege, Herr über das Chaos im Büro zu werden. Wir haben sechs beliebte virtuelle Helfer getestet.

          4 Min.

          Notiz-Apps sind die digitale Version des Klebezettels. Doch viele Anwendungen gehen weit darüber hinaus: Sie ersetzen das Notizbuch für unterwegs und manchen Papierstapel im Büro. Die Software schafft Ordnung, indem sie für Dokumente, Fotos, handschriftliche Anmerkungen und auch Fundstücke aus dem Web einen dauerhaften Ablageort bietet – gekoppelt mit Suchfunktionen.

          Die F.A.S. hat sechs beliebte Notiz-Apps getestet. Manche Anwendungen sind kostenlos, für andere müssen Nutzer einmalig oder monatlich bezahlen. Um für Vergleichbarkeit zu sorgen, testen wir jeweils die günstigste Version. Es treten an die Klassiker Microsoft One Note und Evernote, das kostenlose Notebook und das günstige Noteshelf, zudem die bei iPad-Nutzern beliebten Anwendungen Good Notes und Notability. Da die Software mehr leisten soll, als nur Gedanken festzuhalten, bleibt eine einfache Anwendung wie Google Notizen außen vor.

          „Notiz-Apps sind auf jeden Fall massentauglich“, sagt Gerald Lembke, Professor für Digitale Medien, Medienmanagement und Kommunikation an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Wichtig dabei: „Die Programme sollten auf mehreren Betriebssystemen funktionieren, damit auch Kollegen unkompliziert auf die Notizen Zugriff haben können.“ Alle getesteten Apps sind geeignet, die Notizen zu exportieren und zu teilen. Besitzen sie einen „Web-Clipper“, dann lassen sich interessante Inhalte aus dem Internet sogar direkt aus dem Browser ins digitale Langzeitgedächtnis importieren. Ein Klick genügt.

          Evernote überzeugt mit weitreichenden Vorlagen

          Für das Testszenario haben wir uns in die Lage eines Spezialisten versetzt: Der bekommt den Geschäftsbericht eines Dax-Konzerns als PDF zugemailt sowie die aktuellen Quartalszahlen als Screenshot im JPG-Format. Da er sich nicht auf die nackten Zahlen verlassen will, recherchiert er nach Zeitungsartikeln über das Unternehmen – und will einen entsprechenden Beitrag von F.A.Z.NET ebenfalls ablegen. Die Apps sollten alle Notizen solide auslesen und wiederfinden können.

          Evernote rangiert in App-Stores auf den oberen Plätzen. Die App bringt Struktur in die Arbeit. Evernote führt seine Nutzer Schritt für Schritt durch die Funktionen. Weitreichend sind die Vorlagen für die eigenen Notizen – dazu zählen Tabellen für Projektbudgets und das Protokoll für ein Meeting.

          Bild: Evernote

          Die Dokumente des Dax-Konzerns und der Online-Text lassen sich einfach importieren, auch weil Evernote einen eigenen Web-Clipper bereitstellt, der gut funktioniert und mehrere Speichervarianten anbietet. Wer viele Informationen sichern möchte, kann mit der Ordnung von Evernote zufrieden sein. Für jede Notiz lassen sich Erinnerungen einstellen. Angemerkt sei: Die für diesen Test betrachtete kostenlose Version bleibt im Können noch deutlich hinter der umfangreichen kostenpflichtigen Variante zurück. So ist die Bearbeitung der PDF-Dateien im kostenlosen Tarif nicht vorgesehen. Wer 6,99 Euro im Monat bezahlt, kann das hingegen tun.

          Kein Arbeiten innerhalb von PDF-Dateien

          Die App Notebook empfiehlt sich als kostenlose Evernote-Alternative, reicht aber im Test selbst an die abgespeckte Evernote-Variante nicht heran. Eine Empfehlung von Google im Play Store nützt da auch nichts. Die App empfängt den Nutzer bei jedem neuen Notizbuch mit einem pathetischen Kalenderspruch: „Der Anfang ist der wichtigste Teil der Arbeit – Platon“, steht da beispielsweise. Auch wenn Notebook umfangreiche Funktionen bietet, ist die App etwas behäbig. Es braucht einfach zu viele Klicks, bis der Nutzer am Ziel ist. Eine wichtige Funktion scheinen die Entwickler vergessen zu haben: das Arbeiten innerhalb einer PDF-Datei.

          Bild: Notebook

          Die App Noteshelf ist besonders bei Android-Usern beliebt – dort zählt sie zu den Bestsellern. Zwar gibt es die Anwendung auch für iOS, doch für den Test wurde die günstigere Android-Version geprüft. Noteshelf ist eine einfache App, die intuitiv zu bedienen ist. Der Anwender kann zwischen mehreren digitalen Stiften wählen – etwa Textmarker oder Füller mit verschiedenen Farben. Damit kann er direkt auf den Geschäftsbericht schreiben und sogar leere Seiten für zusätzliche Anmerkungen hinzufügen. Handschriftliche Notizen erkennt die App auch in der Suchfunktion. Tonaufnahmen sind ebenfalls möglich. Dann haftet ein orangener Punkt am Rand des Dokuments, der beim Anklicken das Audio abspielt. Exportiert der Nutzer seine Notizen jedoch als PDF-Datei, gehen die Audioaufnahmen verloren.

          Bild: Noteshelf

          Notability ist beliebt im App Store von iOS. Besonders iPad-Nutzer profitieren von der Anwendung, schließlich lädt der Touchscreen zur Arbeit mit dem Apple Pencil ein. Der Aufbau ist unmittelbar verständlich. Auf die Dokumente des Dax-Konzerns lässt sich mit mehreren Farben direkt auf das virtuelle Blatt zeichnen. Auch einen digitalen Notizzettel bietet die Applikation. Allerdings verdeckt er den Hintergrund, wenn man ihn auf den Geschäftsbericht klebt. Die Funktion Scribble soll handschriftliche Notizen in einen getippten Text umwandeln. Allerdings geht das Programm bei der Handschriftenerkennung im Test in die Knie – bei aller Mühe, leserlich zu schreiben. Ein schönes Extra: Wer ein Audio aufnimmt und gleichzeitig Anmerkungen aufschreibt, kann seine Notizen animieren lassen. Während die Aufnahme abgespielt wird, zeichnen sich dann die Notizen nach.

          Bild: Notability

          Good Notes besticht durch schöne Optik

          Good Notes ist eine Notability-Alternative für iPad-Nutzer. In der Funktion unterscheiden sich die Konkurrenten kaum. Doch Good Notes besticht durch schöne Optik und eine durchdachte Funktionalität. Das Programm spricht Liebhaber von analogen Büromaterialen an. Die übersichtliche App hat ein gut sortiertes Angebot an sinnvoll vorstrukturierten Notizbüchern, mit teils künstlerisch gestalteten Deckblättern. Die Designauswahl reicht von To-do-Listen bis hin zu Notenpapier – falls jemand seine Komposition direkt digital speichern möchte.

          One Note ist auf allen gängigen Plattformen zu haben. Die Notiz-App gehört zu Microsoft, dem Platzhirsch unter den Tech-Konzernen – und mit seinen Büro-Anwendungen setzt das Unternehmen weiterhin Standards. Die Möglichkeiten der Bearbeitung stechen heraus, Microsoft hat sein Notizprogramm mit umfangreichen Funktionen ausgestattet. Unter dem Strich beschert ihm das den Testsieg.

          Bild: One Note

          One Note setzt voll auf den Stift. Wer einen Strich zieht, beobachtet, wie er sich auf allen verbundenen Geräten in Echtzeit abzeichnet. Herausragend ist der Platz, den die App bietet: Während die Konkurrenten sehr dem DIN-A4-Format verhaftet sind, gibt Microsoft deutlich mehr Fläche zum Zeichnen. Einen Haken hat die App aber: Nutzer müssen sich anmelden. Wer kein kostenpflichtiges Microsoft-Konto hat, muss mit Beschränkungen leben. Die ausschließlich in der Cloud gespeicherten Notizen haben dann ein Limit von fünf Gigabyte.

          Aber: „Die pure Existenz der Software löst noch kein Problem“, sagt Digitalisierungsexperte Lembke. „Wenn ich ein Chaot bin, dann nutzt mir die beste Notiz-App nichts.“ Die Tools könnten jedoch die Effizienz unterstützen. Bei der Papieralternative ist es allerdings ähnlich. Der Professor nimmt für besonders wichtige Aufgaben noch immer klassische Klebezettel. Goldene Regel: „Am Abend müssen sie abgearbeitet sein.“

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