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Notenbank-Studie : Rekord-Jobwechsel befeuern US-Inflation

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Die Teuerungsrate in den USA stieg im Januar auf 7,5 Prozent. Bild: EPA

Die Stellenwechsel in den USA, die häufig mit höheren Lohnforderungen einhergehen, haben laut einer Studie zeitweise etwa ein Fünftel des Preisanstiegs ausgemacht. Sie waren demnach ein wichtiger Treiber der hohen Inflation.

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          Die stärkste Inflation in den USA seit Jahrzehnten geht einer Studie zufolge zu einem Teil auf die noch nie dagewesene Zahl an Jobwechseln zurück. „Die Neigung der Beschäftigten, sich nach einem anderen Job umzusehen, ist ein wichtiger Treiber der Inflation“, sagte Leonardo Melosi, leitender Ökonom der regionalen Notenbank Chicago Fed und Mitautor der Untersuchung. Die habe die Teuerungsrate im vergangenen Jahr um etwa einen Prozentpunkt nach oben getrieben. Die Jobwechsel, die häufig mit höheren Lohnforderungen einhergehen, hätten zeitweise etwa ein Fünftel des Preisanstiegs ausgemacht.

          Der Stellenwechsel nahm im vergangenen Jahr stark zu: Im Mittel kündigten jeden Monat fast vier Millionen Amerikaner ihren Job – oft auf der Suche nach besserer Bezahlung oder mehr Flexibilität. Gleichzeitig versuchen viele Arbeitgeber, ihre Mitarbeiter mit höheren Gehältern von einem Jobwechsel abzubringen. So legten im Januar die durchschnittlichen Stundenlöhne im Schnitt um 5,7 Prozent zum Vorjahreszeitraum zu. Die Unternehmen wiederum versuchen, die gestiegenen Personalkosten an ihre Kunden weiterzureichen, was den Anstieg der Verbraucherpreise mit angekurbelt hat.

          Wenn die Zahl der Jobwechsel mit dem Abklingen der Corona-Pandemie nachlässt, könnte dies dazu beitragen, den Inflationsdruck zu dämpfen. Wenn die US-Arbeitnehmer jedoch weiter so häufig den Arbeitsplatz auf der Suche nach besserer Bezahlung oder neuen Möglichkeiten wechseln, könnte dieser Inflationsdruck anhalten, betonten die Forscher.

          Die US-Inflationsrate ist im Januar mit 7,5 Prozent auf ein 40-Jahreshoch gestiegen war. Angesichts des starken Preisauftriebs und des zugleich brummenden Arbeitsmarkts steuert die Zentralbank Fed auf eine Zinswende zu. Derzeit liegt der Schlüsselsatz noch in der Spanne von null bis 0,25 Prozent. An den Finanzmärkten wird für März mit einem ersten Schritt nach oben gerechnet, dem bis zu fünf weitere Anhebungen folgen könnten. Womöglich wird die Notenbank nächsten Monat sogar eine ungewöhnlich große Erhöhung um einen halben Punkt vornehmen.

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