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Digitales Afrika : Zentralbank von Nigeria gibt digitale Währung aus

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Muhammadu Buhari (l), Präsident von Nigeria, und Godwin Emefiele, Gouverneur der Zentralbank,präsentieren ein Plakat zur Einführung des eNaira. Bild: dpa

Auf die Bahamas und Kambodscha folgt nun Nigeria. Die Zentralbank des afrikanischen Landes ließ am Dienstag eine digitale Währung vom Stapel laufen. Nigerianer im In- und Ausland sollen vom eNaira profitieren.

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          Seit diesem Dienstag können sich Nigerianer nach einer Pilotphase erstmals für Zahlungen mit „eNaira“, der neuen digitalen Zentralbankwährung (CBDC) des Landes, registrieren. Die Digitalwährung soll unter Einhaltung üblicher Sorgfaltspflichten und Antigeldwäschemaßnahmen möglichst allen Bürgern des Landes zur Verfügung gestellt werden und auch jenen Zugang zu Bankdienstleistungen ermöglichen, die bisher darauf keinen Zugriff hatten. Davon, dass das System keine Finanzintermediäre benötigt und dadurch kaum Gebühren bei Transaktionen anfallen, sollen auch nigerianische Bürger im Ausland profitieren können, die Überweisungen in ihre Heimat tätigen möchten. Zudem ermöglicht das System die Auszahlung von Sozialhilfen direkt an Empfänger. Im Sinne der Digitalisierungsstrategie des Landes hat die Einführung der Währung die Förderung von Wachstum und Innovation zum Ziel.

          Die digitalen Geldbörsen, welche von der Zentralbank entwickelt und für Privat- und Geschäftskunden zur Nutzung auf Smartphones zur Verfügung gestellt werden, haben tägliche maximale Transaktionsvolumina und gedeckelte Kontostände. Solche Maßnahmen werden bei CBDC ergriffen, um ein massenhaftes Abheben und Konvertieren von Giralgeld aus herkömmlichen Bankkonten und dadurch einen Zusammenbruch des Finanzsystems zu verhindern. Neben den Geldbörsen, die von der Zentralbank bereitgestellt werden, kann der eNaira von Banken, Zahlungsdienstleistern und Fintechs über Programmierschnittstellen in ihre Infrastrukturen integriert werden.

          Mit der Digitalisierung des Naira ist die nigerianische Zentralbank eine weitere solche Institution eines Schwellenlandes, die eine Digitalwährung ausgibt. Etwa ein Jahr zuvor führte die Zentralbank der Bahamas ihren „Sand Dollar“ ein. Kurz darauf folgte die Nationalbank von Kambodscha mit ihrer CBDC „Bakong“. Schon im Jahr 2014 hatte dagegen Ecuador elektronisches Zentralbankgeldes geschaffen. Dieses genoss jedoch wenig Vertrauen im dollarisierten Geldsystem des Landes. Aufgrund weniger Nutzer und hoher Betriebskosten wurde das Projekt im Jahr 2018 wieder eingestellt. Darüber hinaus prüfen und erproben weitere Notenbanken wie die Europäische Zentralbank oder die Chinesische Volksbank die Einführung einer Digitalwährung.

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