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Ökonomen uneins : Schlagabtausch über die Ursachen der Niedrigzinsen

Hans-Werner Sinn, bis 2016 Präsident des Münchener Ifo-Instituts, ist überzeugt: Die Niedrigzinsen in Europa sind zu wesentlichen Teilen ein politökonomisches Phänomen. Bild: dpa

Ist die Geldpolitik hauptverantwortlich für die niedrigen Zinsen? Oder die Sparneigung einer alternden Bevölkerung? Die hitzig geführte Debatte unter Ökonomen geht in die nächste Runde.

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          Es ist eine der spannenden Fragen der Ökonomie im Moment, die durchaus auch die Menschen außerhalb der Hörsäle bewegt: Wer ist schuld an den extrem niedrigen Zinsen – und wie kommt man jemals wieder raus aus dieser Situation? Am Donnerstag lieferten sich zwei prominente Vertreter der Wirtschaftswissenschaft in Deutschland dazu beim Center for Financial Studies (CFS) an der Frankfurter Goethe-Universität einen Schlagabtausch, moderiert vom langjährigen Bundesbank- und EZB-Chefökonomen Otmar Issing: Carl Christian von Weizsäcker, 82, der als einer der Ersten in Deutschland die These von den hohen Ersparnissen für die Altersvorsorge als wichtige Ursache für die niedrigen Zinsen ins Gespräch gebracht hatte.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Und der frühere Chef des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, 71, der nicht zuletzt als Kritiker der Europäischen Zentralbank (EZB) und der sogenannten Euro-Rettungspolitik auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde. „Sind die Notenbanken nur Vollstrecker der Niedrigzinsen, Mitverursacher oder gar Verursacher?“, wollte Moderator Issing von den beiden Diskutanten wissen. Das treibe im Augenblick viele Menschen gerade in Deutschland um: „Hat Mario Draghi die Sparer enteignet?“

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