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Steuergesetz : Verluste tun jetzt doppelt weh

Seit Anfang des Jahres gelten andere Regel für Totalverluste aus Kapitalvermögen: Sie sind nicht mehr voll von der Steuer absetzbar. Bild: Illustration Getty, Dieter Rüchel

Wenn Anleger Geld verlieren, müssen sie oft trotzdem Steuern zahlen. Schuld daran ist ein neues Gesetz, das eigentlich nur grenzüberschreitende Steuergestaltungen regeln sollte.

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          Bundesfinanzminister Olaf Scholz wird zum Anlegerschreck. Für Aufsehen sorgten kürzlich seine Pläne für eine EU-Finanztransaktionssteuer, die vor allem Privatanleger belasten würde. Alle Aktiengeschäfte würden mit einer Steuer versehen. Seine europäischen Kollegen finden die Vorschläge wenig überzeugend, daher will er die Pläne notfalls nur in Deutschland verwirklichen. Damit nicht genug: Schon zu Jahresbeginn hat er weitgehend unbemerkt die steuerlichen Regeln für die Anleger verschlechtert, die mit ihrer Geldanlage Verluste erleiden.

          Dyrk Scherff

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die neuen Vorschriften haben es in sich. Scholz hat sie versteckt im Gesetz über grenzüberschreitende Steuergestaltungen, womit sie aber gar nichts zu tun haben. Es ist schon der zweite Versuch, vor wenigen Wochen hat er die Klauseln in ein anderes Gesetz gepackt und war gescheitert. Jetzt sind sie doch in Kraft getreten und sorgen für großen Unmut.

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