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Aktienkurs legt zu : Vorschusslorbeer für den neuen Commerzbank-Chef

  • Aktualisiert am

Manfred Knof soll neuer Chef der Commerzbank werden Bild: Helmut Fricke

Der künftige Chef der Commerzbank gilt als harter Sanierer. Am ersten Handelstag nach der Berufung von Manfred Knof macht der Aktienkurs einen Satz nach oben. Doch es gibt auch verhaltene Stimmen auf dem Parkett.

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          Die Börse setzt große Hoffnungen in den künftigen Chef der Commerzbank. Am ersten Handelstag nach der Bekanntgabe, dass der bisherige Deutsche-Bank-Manager Manfred Knof die Bank leiten wird, legte der Aktienkurs am Montag um mehr als 5 Prozent zu. Bei 4,20 Euro steht die Aktie aber immer noch auf sehr niedrigem Niveau, fast 30 Prozent tiefer als zu Jahresbeginn. Rund 5 Milliarden Euro ist die drittgrößte deutsche Privatbank an der Börse gerade noch wert. 

           "Die Nominierung legt den Grundstein für den Umbau der Commerzbank", sagte ein Händler. Allerdings werde dieser noch eine Weile auf sich warten lassen, da der neue Chef erst im Januar von Martin Zielke das Ruder übernehme. “Insofern ist es für Enthusiasmus zu früh." Tatsächlich waren in einem steigenden Gesamtmarkt auch andere Bankaktien bei Anlegern heiß begehrt: Deutsche-Bank-Titel legten um 5,7 Prozent zu, die Papiere der Schweizer Credit Suisse um 3,8 Prozent und die Aktien der britischen HSBC gar um 8,6 Prozent. Viele Großbanken hatten in der vergangenen Woche herbe Kursverluste hinnehmen müssen, weil die Angst vor neuen Belastungen durch die Corona-Pandemie wieder zunahm. 

          Kein Sprint, eher ein Marathon

          Analystin Martina Matouskova von der amerikanischen Bank Jefferies hält den neuen Commerzbank-Chef für eine gute Wahl. Knof sei bekannt für seine erfolgreichen Restrukturierung der Allianz Deutschland AG, deren Chef er vor seinem Wechsel zur Deutschen Bank war. Dort habe er das Versicherungsgeschäft digitalisiert und umfassende Sparmaßnahmen durchgesetzt. Er habe deshalb auch Erfahrung im Verhandeln mit den Gewerkschaften. "All diese Eigenschaften wird er brauchen für den Umbau der Commerzbank. Es wird aber kein Sprint werden sondern eher ein Marathon", schrieb Matouskova in einem Kurzkommentar. Angesichts der Forderungen mehrerer Investoren nach besseren Renditen dürfte bei der Commerzbank ein weiterer Stellenabbau und die Schließung mehrerer hundert Filialen kaum zu vermeiden sein.

          Die Commerzbank hatte lange nach einem Nachfolger für Zielke gesucht, der Anfang Juli im Streit mit dem Investor Cerberus das Handtuch geworfen hatte. Wichtige Aktionäre wie der Bund, der seit einer milliardenschweren Rettungsaktion in der Finanzkrise gut 15 Prozent an der Commerzbank hält, und die Fondsgesellschaft Deka begrüßten die Berufung Knofs.

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