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Marktbericht : Dax auf neuem Jahreshoch

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Gute Vorgaben haben den wichtigsten deutschen Aktienindizes am Donnerstag zu neuen Rekordständen verholfen. Der Dax steigt so hoch wie nie zuvor in diesem Jahr. Auch MDax und TecDax verzeichnen Rekorde.

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          Gute Vorgaben haben den wichtigsten deutschen Aktienindizes am Donnerstag zu neuen Rekordständen verholfen. Der Dax steigt um 0,9 Prozent auf 5623 Punkte und notiert damit so hoch wie nie zuvor in diesem Jahr. Bereits am Mittwoch war der Leitindex den vierten Tag in Folge gestiegen und hatte kurz vor Handelsschluss ein neues Jahreshoch markiert, auf Schlusskursbasis einen neuen Höchststand aber haarscharf verpasst. Der MDax der mittelgroßen Werte rückt um 1,3 Prozent auf 7148 Zähler vor und der Technologiewerte-Index TecDax gewinnt 1,6 Prozent auf 749 Punkte. Beide Nebenwerte-Indizes hatten am Vortag auf neuen Jahreshöchstständen geschlossen.

          SAP-Aktien legen nach positiv aufgenommenen Aussagen um 1,6 Prozent auf 34,735 Euro zu. Laut Medienberichten bestätigte Europas größter Softwareanbieter auf der Technology Conference der Deutschen Bank in London seinen Ausblick für das laufende Jahr und will bei den Kosten wachsam bleiben. Außerdem strebe das Unternehmen einen höheren Marktanteil bei einer gleichzeitig steigenden Profitabilität an.

          Anteilsscheine der Commerzbank setzen mit Gewinnen von 10 Prozent auf 9,34 Euro ihren Höhenflug an der Dax-Spitze fort. Von Händlern hieß es, ein positives charttechnisches Bild treibe die Aktie des Instituts weiter an. Nachdem die Royal Bank of Scotland (RBS) Thyssen-Krupp-Titel von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft und das Kursziel von 16,00 auf 30,00 Euro fast verdoppelt hatte, gewinnen diese 2,2 Prozent auf 23,92 Euro. Die Analysten zeigten sich in einer aktuellen Studie mit Blick auf die jüngsten Veräußerungen beeindruckt davon, dass es bei dem Stahl- und Industriegüterkonzern keine „heiligen Kühe“ gebe. Das vierte Quartal dürfte zwar das schwächste im laufenden Jahr werden, doch 2010 seien nach einem schwachen Start im Sommer gute Zahlen zu erwarten.

          Deutsche Anleihen tendieren uneinheitlich

          Der deutsche Rentenmarkt zeigt sich am Donnerstag abermals uneinheitlich. Der für den Anleihemarkt richtungweisende Euro-Bund-Future sinkt am Morgen um 11 Basispunkte auf 120,36 Prozent, der Bobl-Future steigt dagegen um 3 Basispunkte auf 115,11 Prozent.

          Nach den gestrigen Kursverlusten und aufgrund fehlender fundamentaler Impulse hält die Helaba eine Konsolidierung für wahrscheinlich. Von fundamentaler Seite bleibe es heute verhältnismäßig ruhig. Die amerikanischen Handelsbilanz, die im Juli aufgrund des gestiegenen Ölpreises ein leicht erhöhtes Defizit aufweisen dürfte, habe nur geringen Markteinfluss. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe lieferten eine erste Indikation für die Arbeitsmarktsituation im September. Aus Sicht des Bankhauses HSBC Trinkaus setzen steigende Aktien dem Bund-Future zu. Auch heute drohten Kursverluste.

          Euro pendelt sich unter Marke von 1,46 Dollar ein

          Der Euro hat sich am Donnerstag knapp unter der Marke von 1,46 Dollar eingependelt. Im frühen Handel kostete die Gemeinschaftswährung 1,4575 Dollar. „Der Euro gönnt sich keine Pause“, sagt Devisenexperte Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). In den Vereinigten Staaten richte sich das Augenmerk auf die Handelsbilanzdaten vom Juli. Der im Juni erhöhte Ölpreis werde aufgrund der Wirkungsverzögerung tendenziell zu einer Ausweitung des Fehlbetrags führen. Allerdings spreche der per saldo schwache Konsum dafür, dass die Importtätigkeit generell eher gedämpft verlaufe.

          Tokioter Börse folgt amerikanischen Vorgaben ins Plus

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