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Neue Normalität : Das Kuriosum negativer Zinsen

Negativzinsen greifen bisher nur bei besonders hohen Guthaben Bild: dpa

Aus Sicht der meisten Sparer und Schuldner bleiben Minuszinsen wohl ein praxisfernes Phänomen. Für sie macht der Kauf von Aktien daher mehr Sinn als der von Staatsanleihen mit negativen Renditen.

          Wie können die Menschen angemessen auf Negativzinsen reagieren? Theoretisch könnte es klug sein, sich zu verschulden oder Ausgaben schon mal vorzuziehen. Aber in der Praxis sind Negativzinsen für die meisten wohl eher ein Kuriosum.

          Wo Banken für große Einlagen ein Verwahrentgelt verlangen, sollten die Betroffenen die Gelder umschichten. Negative Zinsen auf Ratenkredite gibt es vor allem als befristete Werbeaktionen; die Verbraucherzentralen bekommen dann jedes Mal die Enttäuschung derjenigen ab, die solche Kredite haben wollten, aber nicht bekamen. Negative Bauzinsen gibt es in Deutschland bislang noch nicht, auch wenn die Zinsen immer weiter in Richtung null sinken.

          Verbreitet sind vor allem negative Renditen von Staatsanleihen. So sind bei der Bundesanleihe mittlerweile alle Laufzeiten im Minus. Für Privatanleger, die solche Papiere jetzt am Markt kaufen und bis zur Fälligkeit halten wollen, ergibt das wenig Sinn. Allerdings gibt es institutionelle Anleger, die durch die Regulierung gezwungen sind, solche Papiere zu halten, oder sich durch kurzfristige Spekulation Gewinne erhoffen. Für viele andere sind Aktien eine gute Alternative.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

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