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Neue Geldpolitik : Was die EZB nun mit dem Fed-Plan macht

EZB-Präsidentin Christine Lagarde bei einer Pressekonferenz (Archivbild) Bild: ARMANDO BABANI/EPA-EFE/Shutterstock

Amerikas Notenbank will ihr Inflationsziel neu ausrichten. Das kann auf Dauer durchaus Folgen für die europäische Geldpolitik haben. Die EZB wird das nicht unbeeindruckt lassen.

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          In der kommenden Woche geht es los: Die Europäische Zentralbank (EZB) will den Prozess ihrer strategischen Neuausrichtungen („Strategic Review“) fortsetzen, der wegen der Corona-Epidemie unterbrochen war. Geldpolitiker, Wissenschaftler, die breite Bevölkerung – alle sollen mitdiskutieren, wie es mit der Geldpolitik in Europa künftig weitergehen soll. Nur eines hat EZB-Präsidentin Christine Lagarde für „unantastbar“ erklärt: das Mandat der EZB selbst, ihre Pflicht, für Preisstabilität zu sorgen. Alles andere, was das heißt und wie man es erreicht, soll auf den Prüfstand, hat die Französin angekündigt.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Ausgerechnet in diesem Moment erklärt Amerikas Notenbank-Chef Jerome Powell bei der Notenbanker-Tagung in Jackson Hole, dass die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) ihr Inflationsziel umstellt. Statt mit geldpolitischen Instrumenten beständig zu versuchen, die Inflationsmarke von 2 Prozent zu erreichen, will die Fed vorübergehend eine höhere Inflation zulassen, wenn zuvor die Zielmarke von 2 Prozent unterschritten wurde. 2 Prozent bleibt zwar die Zielmarke, aber über eine längere Zeit im Durchschnitt. „Average inflation targeting“ nennt sich die neue Strategie.

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