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Multitasking-Schalter : Wie der Geldautomat zum Versicherungsvertreter wird

Kunden der Frankfurter Sparkasse am Geldautomaten Bild: Kerstin Papon

Wer Bargeld am Automaten abhebt, soll in Zukunft auch gleich noch eine Versicherung ans Herz gelegt bekommen. In der Zukunft ist das vielleicht nicht die einzige neue Aufgabe der Geräte.

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          Der frühere amerikanische Notenbankpräsident Paul Volcker soll den Geldautomaten einmal als einzige nützliche Innovation der Bankenbranche in den vergangenen Jahrzehnten bezeichnet haben. Gerade diese Vorzeige-Innovation aber steht im Augenblick mächtig unter Druck: Die Bereitstellung vor Bargeld bedeutet für die Banken schließlich erhebliche Kosten – manch ein Institut überlegt deshalb, wie es den Geldautomaten entweder ersetzen oder aber durch die Übernahme neuer Aufgaben deutlich einträglicher machen kann.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Bemerkenswert deshalb, was die Frankfurter Sparkasse gerade testet: Seit Dienstag dieser Woche hat das Großstadt-Institut an immerhin zehn Standorten eine neue Funktion für die Geldautomaten installiert: Wer dort Geld abhebt, bekommt gleich auch noch eine Versicherung empfohlen. Mit Hinweis auf das herbstliche Wetter erhält der Sparkassen-Kunde gleichsam vom Geldautomaten seines Vertrauens den besonderen Tipp, sich doch mal mit den Unfall-, Haftpflicht und Rechtsschutzversicherungen des sparkasseneigenen Programms „S-Privatschutz“ auseinanderzusetzen. Der Geldautomat schlägt das aber nicht nur einfach mal so vor, wie das auch eine Plakatwand tun könnte, es erfolgt vielmehr auch gleich ein Austausch mit dem Bankkunden: Dieser kann durch Anklicken zumindest eine erste Rückmeldung geben, ob bei ihm in dieser Frage grundsätzlich Interesse besteht. Wenn er das bestätigt, kann ein Mitarbeiter der Sparkasse ihn später anrufen. Kontaktdaten des Bankkunden hat die Sparkasse ja ohnehin – und über die eingeschobene Girocard kann auch der Geldautomat jeden problemlos identifizieren.

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