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163 Millionen auf dem Konto : Bankirrtum zu deinen Gunsten

Der „Mister 163 Millionen“: Armin S. kämpft vor Gericht um sein Geld. Bild: Frank Röth

Auf dem Papier wird Armin S. durch den Fehler eines Bankers um 163 Millionen Euro reicher. Jetzt ist der Fall vor Gericht. Armin S. will sein Geld, die Bank fordert es zurück und macht S. Vorwürfe.

          3 Min.

          Bankirrtümer gibt es öfter mal. Aber selten geht es dabei um so hohe Beträge wie im Fall des 39 Jahre alten Frankfurters Armin S. Der frühere Wertpapierhändler der Citigroup, der seinen vollen Namen aus Sicherheitsgründen lieber nicht in der Zeitung lesen will, sorgte schon im vergangenen Jahr für einiges Aufsehen, weil er möglicherweise durch einen Bankirrtum an den beachtlichen Betrag von 163 Millionen Euro gekommen ist. Jetzt beschäftigt sich das Landgericht Frankfurt mit dem Fall (Aktenzeichen 2-18 O 175/17). Heraus kommen immer neue Details, nachdem mittlerweile auch die betroffene Bank, die hiesige Filiale der französischen Großbank BNP Paribas, ihren Schriftsatz zu dem delikaten Thema eingereicht hat – immerhin gut 70 Seiten plus 400 Seiten Anhang.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Worum geht es? Der Mann hatte 3000 Zertifikate, das sind spezielle strukturierte Wertpapiere, für jeweils 108 Euro gekauft, von denen sich herausstellte, dass sie jeweils mehr als 54.000 Euro wert waren – zusammen 163 Millionen Euro. Der Preis im Handelssystem, zu dem er die Papiere gekauft hat, soll dort aufgrund einer Panne gestanden haben. Solche Geschäfte, die auf Fehlern beruhen, gibt es im Handel häufiger. Sie werden als „Mistrades“ bezeichnet. Nicht unerheblich ist allerdings, wann sie korrigiert werden. Armin S. vertritt die Ansicht, die Bank hätte einen Mistrade bis 11 Uhr am nächsten Börsentag melden müssen. Das sei nicht passiert – deshalb will er sein Geld.

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