https://www.faz.net/-gv6-9qbve

Negativzinsen : Söders Zinsverbot

Mit seinem Vorstoß, negative Zinsen auf Spareinlagen zu verbieten, ist Bayerns Ministerpräsident der Applaus vieler Sparer sicher - verfassungsrechtlich ist das jedoch nicht unumstritten.

          1 Min.

          Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sollte sich seine Vorstöße in die Finanzwelt gut überlegen. Der CSU-Chef dürfte noch nicht das Debakel um die Bayern LB und der Hypo Alpe Adria vergessen haben, denn es kostete den Freistaat 10 Milliarden Euro. Nun will Söder negative Zinsen auf Spareinlagen bis zu 100 000 Euro verbieten. Der Applaus vieler Sparer ist ihm sicher, aber es wäre ein Eingriff in die Vertragsfreiheit, der verfassungsrechtlich sehr umstritten sein dürfte. Zudem erheben die Banken schon heute einen Strafzins in Form von Kontogebühren. Diese Kosten werden noch stärker steigen, wenn die Banken Strafzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht auf die Kunden umlegen dürfen. Auf der anderen Seite sind die Kredite für Privatkunden in den vergangenen Jahren immer günstiger geworden. So rücken negative Zinsen auf Baukredite näher. Günstige Immobilienkredite wird Söder gewiss nicht untersagen wollen. Verbote helfen keinem Sparer. Stattdessen sollten die Bankkunden die neue Zinswelt nicht als EZB-Diktat wahrnehmen, sondern als Folge des Überhangs an Sparvermögen in Volkswirtschaften mit einer älter werdenden Bevölkerung.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Arbeiter desinfizieren einen Bahnhof im chinesischen Wuhan.

          Neue Infektionen mit Virus : China riegelt Millionenmetropole Wuhan ab

          Neue Eskalationsstufe im Kampf gegen das Coronavirus: Die Millionenmetropole Wuhan steht praktisch unter Quarantäne, Bahnhöfe und Flughäfen sind geschlossen, die Bewohner dürfen nur noch mit Masken auf die Straße. Derweil steigt die Zahl der nachgewiesenen Erkrankungen weiter.
          Sandra Maischberger begrüßte in ihrer Sendung am 22. Januar 2020 den Cicero-Chefredakteur Christoph Schwennicke, die ARD-Moderatorin Anna Planken und den Kabarettisten Florian Schroeder (von links).

          TV-Kritik: „Maischberger“ : Ein Ende mit Schrecken

          Ist unser Essen zu billig? Ist Greta Thunberg schlimmer als Donald Trump? Sandra Maischberger lässt unaufgeregt die Woche Revue passieren. Doch dann kommt Gloria von Thurn und Taxis – und sorgt für ein dickes Ende.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.