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Schlechte Vorgaben aus Asien : Dax startet mit einem Minus

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Dax-Chart mit Tendenz nach unten Bild: dpa

Der deutsche Aktienmarkt schaltet in den Rückwärtsgang. Zweifel an der raschen Entwicklung eines Medikaments gegen Corona drücken auf die Stimmung.

          1 Min.

          Der deutsche Leitindex hat nach zwei Gewinntagen in Folge wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Im frühen Handel am Freitag fiel der Dax um 1,4 Prozent auf 10.362 Punkte. Auf Wochensicht deutet sich damit ein Abschlag von rund 2,5 Prozent an. Für den M-Dax der mittelgroßen Werte ging es am Freitag um 1,2 Prozent auf 22.227 Punkte nach unten. Der Euro-Stoxx-50 als Leitindex der Eurozone verlor 1,3 Prozent.

          Die Verliererliste mit den deutlichsten Kurseinbrüchen im Dax führten kurz nach Handelsstart die Lufthansa mit einem Minus von mehr als 6 Prozent, gefolgt von der Deutschen Bank und dem Gesundheitsunternehmen Fresenius SE. Selbst die Aktienkurse drei Gewinner, Siemens, RWE und Merck, lagen im Minus.

          Zweifel an der raschen Entwicklung eines Corona-Medikaments und ernüchternde Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten vom Vortag haben zum Wochenschluss auch den asiatischen Anlegern die Stimmung verhagelt.

          In Tokio ging der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,9 Prozent schwächer bei 19.262 Zählern aus dem Handel. Auf Wochensicht liegt er damit 3,2 Prozent im Minus. Auch in China gaben die Kurse nach. Auf die Stimmung drückte ein Bericht über enttäuschende Testergebnisse beim Medikament Remdesivir des amerikanischen Unternehmens Gilead in einer Studie in China zur Behandlung von Covid-19.

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          Gilead erklärte, die Studie sei wegen mangelnder Teilnehmerzahl vorzeitig abgebrochen worden und daher statistisch nicht aussagekräftig. Dass Berichte über Corona-Medikamente so starke Bewegungen am Markt auslösten, sei ein Anzeichen dafür, wie sehr Investoren nach Anzeichen suchen, wann die Krise vorbei sei, sagte Tim Ghriskey, Chefstratege beim Vermögensberater Inverness Counsel. „Jede schlechte Nachricht dürfte den Markt erschüttern.“ Die Pandemie lässt die Wirtschaft weltweit einbrechen.

          In den USA fiel die Geschäftstätigkeit im April auf ein Rekordtief, auch in Asien und Europa sieht es düster aus. In Deutschland wird am Vormittag der Ifo-Index vorgelegt, Experten rechnen auch hier mit einem Einbruch. Um die amerikanische Wirtschaft am Leben zu erhalten, gab das Repräsentantenhaus am Donnerstag grünes Licht für ein weiteres 484 Milliarden Dollar schweres Hilfsprogramm. Präsident Donald Trump erklärte, es sei möglich, dass die Abstandsregeln bis zum Sommer verlängert werden müssten.

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