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Voraussetzung für Börsenzugang : Nasdaq fordert mehr Diversität ein

Will mehr Diversität: Nasdaq-Chefin Adena Friedman Bild: Bloomberg

Frauen und Minderheiten sollen künftig in den Unternehmen stärker mitreden. Ansonsten will ihnen die größte elektronische Börse Amerikas den Zugang verwehren.

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          In den Vereinigten Staaten kann die stärkere Berücksichtigung von Frauen oder Minderheiten in den Verwaltungsräten von Unternehmen Voraussetzung für die Börsenzulassung werden. Am Dienstag stellte die amerikanische Technologiebörse Nasdaq einen entsprechenden Antrag bei der Börsen- und Wertpapieraufsicht SEC. Daran knüpfte die größte elektronische Börse Amerikas die Bitte um eine Klärung des Sachverhalts. Demnach will die Nasdaq künftig nur Unternehmen an ihrer Börse listen lassen, in deren Verwaltungsräten mindestens eine Frau sowie ein Vertreter einer Minderheit sitzen.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zu den Minderheiten können entweder ethnische Gruppen wie Afro-Amerikaner oder Homosexuelle und Transsexuelle zählen. Sollte das nicht der Fall sein, müssten die Unternehmen die Gründe dafür der Börse erläutern, wenn in ihrem Verwaltungsrat – vereinfacht gesagt – nur weiße, heterosexuelle Männer sitzen. Ausländische Gesellschaften, die sich an der Nasdaq notieren lassen wollen, wird mehr Flexibilität eingeräumt, indem sie nur zwei weibliche Verwaltungsratsmitglieder aufweisen müssen. Der Verwaltungsrat amerikanischer Unternehmen ist weitestgehend mit den Aufsichtsräten deutscher Aktiengesellschaften vergleichbar.

          Das Ziel der Nasdaq sei es, sich für inklusives Wachstum einzusetzen, um so eine stärkere Volkswirtschaft zu schaffen, begründete die Nasdaq-Vorstandschefin Adena Friedman den SEC-Antrag. Mit dieser Zulassungsregel will die Nasdaq dazu beitragen, dass sich Diversität in der amerikanischen Unternehmenslandschaft weiter durchsetzt. Zuletzt teilte die amerikanische Beteiligungsgesellschaft Blackstone mit, mehr Vielfalt in den Führungsetagen fördern zu wollen. In den Vorständen von Unternehmen, an denen sich der Investor mehrheitlich beteiligt, soll künftig jedes dritte Mitglied „divers“ sein.

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