https://www.faz.net/-gv6-a31lt

Nasdaq-Einbruch : Der Dax kämpft mit einer starken Barriere

  • -Aktualisiert am

Börsenbanner mit Bulle und Bär Bild: dpa

Der Einbruch der amerikanischen Tech-Börse ist kein Vorbote eines neuen Absturzes. Doch den Kursen wurden deutliche Grenzen aufgezeigt, wie sich an der umkämpften 13.000er-Marke im Dax zeigt.

          2 Min.

          Der Rücksetzer des Nasdaq-Index am Donnerstag hat die Aktienmärkte auf der ganzen Welt verunsichert. Der Dax schloss mit einem deutlichen Minus und musste auch am Freitag noch um die Marke von 13.000 Punkten kämpfen. Das Ereignis zeigt, wie empfindlich die Börsen noch immer sind, nachdem sie den Corona-Crash aus dem Februar nach wenigen Monaten ausgebügelt hatten.

          Mark Fehr

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die erstaunliche Tatsache, dass die deutschen Aktienkurse fast schon wieder auf dem gleichen hohen Niveau wie vor der Pandemie notieren, behält trotz des jüngsten Rücksetzers ihre Gültigkeit. Welchen Reim können Anleger sich auf diese Entwicklung machen? Immerhin stellt sich ja die berechtigte Frage, warum gerade jetzt, Anfang September, Nasdaq-Investoren Gewinne mitgenommen haben, wodurch das zuvor fast börsentäglich von Rekord zu Rekord eilende Börsenbarometer ein Tagesminus von mehr als 5 Prozent verbuchte.

          DAX ®

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Weil sich diese Frage nicht eindeutig beantworten lässt, hilft vielleicht eine Negativargumentation weiter, woran der Einbruch offenbar nicht gelegen haben kann. Überlegen wir mal: Haben sich die Corona-Infektionszahlen in irgendeinem wichtigen Land der Welt plötzlich so negativ entwickelt, dass neue Kontaktsperren zu befürchten sind? Nein. Ist der Konflikt zwischen Amerika und China in einem konkreten Punkt so stark eskaliert, dass Investoren nun in sicheren Anlagehäfen Schutz suchen müssen? Nein.

          Hat eines der den Nasdaq in die Höhe treibenden Tech-Unternehmen schlechte Geschäftszahlen auf den Tisch gelegt oder den Rückschlag bei der Entwicklung einer bahnbrechenden Technologie zu verzeichnen? Ebenfalls nein. Hat eine wichtige Notenbank den geldpolitischen Hahn zugedreht und den Börsen damit ihre Unterstützung versagt? Ganz im Gegenteil. Natürlich bleibt jedes dieser vier Risiken – Pandemie, Handelskrieg, Geldpolitik und Tech-Blase – weiter relevant, jedoch nicht relevanter als in den Tagen und Wochen vor dem jüngsten Einbruch.

          Das lässt aus Anlegersicht den Schluss zu, dass der Rücksetzer technische Gründe gehabt haben könnte. Damit ist vereinfacht gesagt der Blick auf die Muster in den Börsencharts gemeint, der losgelöst von politischen oder wirtschaftlichen Ereignissen erfolgt und allein geometrischer Logik folgt. Man kann das für eine moderne Form von Wahrsagerei halten oder für ein Hilfsmittel, wenn andere Analysemethoden ihren Dienst versagen. Zumindest mit Blick auf den Dax zeigt der technische Blick ein erkennbares Muster: Die Marke von 13.000 Punkten bildet, nicht zum ersten Mal, eine stabile Barriere. Der Index hat es schwer, sich lange über dieser arithmetischen Trennlinie zu halten oder diese weit unter sich zu lassen. Der Dax-Rekordstand von 13.975 Punkten Mitte Februar bleibt offenbar das Maß aller Dinge.

          Es soll allerdings nicht verschwiegen werden, dass es auch andere ernst zu nehmende Sichtweisen gibt: „Der Dax könnte bereits in Kürze neue Höchststände markieren“, sagt etwa Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck. Greil begründet seine Sicht damit, dass die neue Ausrichtung der Ziele der amerikanischen Notenbank und die politische Unterstützung den Konjunkturzyklus vorantreiben. Zudem übertreffen laut Greil derzeit die meisten makroökonomischen Daten die Erwartungen. Auch Carsten Mumm von der Bank Donner & Reuschel hält die Aufwärtstrends aus technischer Sicht weder für den Nasdaq noch für den weniger technologieintensiven amerikanischen Index S&P 500 gefährdet.

          Weitere Themen

          Euro auf Zweijahreshoch

          Devisenmarkt : Euro auf Zweijahreshoch

          Die amerikanische Währung kann nicht von der Corona-Krise profitieren. Das Gegenteil ist der Fall: Der Euro ist so viel wert wie seit April 2018 nicht mehr.

          P&R-Gläubiger dürfen hoffen

          Anlagebetrug : P&R-Gläubiger dürfen hoffen

          Insolvenzverwalter Michael Jaffé hat aus der Containerverwertung 435 Millionen Euro gesichert. Die Anleger sollen im ersten Quartal 2021 erste Rückzahlungen erhalten.

          Topmeldungen

          Pfizer stellt den Impfstoff in Belgien und den Vereinigten Staaten her.

          Impfstoffherstellung : Qualitätsproblem bremst Biontech

          Pfizer und Biontech müssen ihrem hohen Tempo Tribut zollen und können nur halb so viele Impfstoffdosen liefern wie ursprünglich geplant. Wer macht das Rennen?
          Da raucht der Kopf: Räuchermännlein, neueste Version

          Fraktur : Nach dem siebzehnten Glühwein

          Im Erzgebirge lässt man sich die Laune nicht verderben. Dort haben die Leute schon ganz andere Sachen überstanden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.