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Nasdaq : Das Comeback der Tech-Aktien

Das rheinländische Unternehmen Aixtron stellt Beschichtungsanlagen für Halbleiter her. Bild: Foto Aixtron

Der Nasdaq-Index steht wieder so hoch wie im Jahr 2000. Technologieaktien aus Amerika sind gefragt. Aber auch deutsche.

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          Es war eine verdammt lange Aufholjagd: 15 Jahre hat es gedauert, bis der amerikanische Technologieindex Nasdaq wieder die Marke von 5000 Punkten erreicht hat. Zuletzt notierte er im Jahr 2000 auf diesem Niveau - zum Höhepunkt der Internetblase. Kurz danach platzte sie, und der Index rauschte in den Keller, bis auf 1100 Punkte.

          Dyrk Scherff

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Dass er jetzt das alte Niveau erreicht hat, zeigt: Technologieaktien sind wieder gefragt. Am auffallendsten ist das in Amerika, wo Apple, Facebook oder Google zu den größten Firmen der Welt wurden. Apple hat gar eine der höchsten Ehrungen bekommen: Die Aktie wird in den renommierten Dow-Jones-Index aufgenommen.

          Diese Tech-Riesen haben durch ihr Gewicht den Nasdaq-Index auf alte Höhen gehievt. Aber deutsche und andere europäische Tech-Werte haben seit dem letzten Crash 2009 teilweise noch stärker zugelegt. Die Aktien von Unternehmen wie dem Telekom-Anbieter Drillisch oder den Halbleiterproduzenten Infineon und Dialog Semiconductor gewannen seitdem mehr als 1000 Prozent. Nur an den hiesigen Technologieindizes wie dem deutschen Tec-Dax ist das nicht abzulesen. Der liegt noch weit von seinem alten Höchststand entfernt. Ein Grund ist, dass Solar- und Windaktien lange die Wertentwicklung des Index belastet haben.

          Moderne Tech-Unternehmen wachsen schneller

          Der Index-Stand verschleiert also zumindest in Deutschland ein bisschen die gute Entwicklung der Tech-Werte. Es gibt mehrere Gründe, warum sie derzeit gesucht sind. Schon immer lockten sie mit höherem Wachstum im Vergleich zu anderen Branchen. Zuwachsraten von sieben bis zehn Prozent im Jahr sind normal. Die Weltwirtschaft legt hingegen im Schnitt nur um weniger als die Hälfte zu.

          Neu ist nun aber: Firmen wie etwa Apple oder Google haben viel Bargeld angehäuft, das sie für Firmenkäufe, aber auch Aktienrückkäufe und Dividendenausschüttungen verwenden können. Und sie schaffen es viel schneller als früher zu wachsen. Brauchten neue Unternehmen einst bis zu 20 Jahre, um sich eine respektable Marktposition zu erarbeiten, genügen heute manchmal weniger als fünf Jahre. Zum einen ermöglicht das Internet ein weltweites Geschäft zu niedrigen Kosten wie etwa bei Facebook, das mit nicht einmal zehntausend Mitarbeitern mehr als eine Milliarde Kunden weltweit gewann.

          Traditionelle Technologiefirmen wie SAP oder Siemens brauchen dafür deutlich mehr Personal. Zum anderen benötigen viele der neuen Unternehmen nur ein paar Büros, aber keine teuren Fabriken mehr. Zudem sind die Geschäftsmodelle mittlerweile gereift. Für Anleger sind sie berechenbarer, weil die Investoren nicht mehr abwägen müssen, ob der Internethandel oder das Smartphone ein Erfolg werden. Die Fragen sind beantwortet.

          Neue Geschäftsmodelle

          Den Erfolg unterstützt die steigende Zuversicht der Verbraucher. Sie kaufen wieder gerne ein - in Amerika, wo sich die Konsumenten zuvor erst einmal einige Zeit entschulden mussten. Aber auch in Europa, vor allem in Deutschland, wo sinkende Arbeitslosigkeit, hohe Lohnzuwächse und jüngst auch noch niedrige Spritpreise an den Tankstellen mehr Geld in die Taschen der Menschen bringt. Das geben sie angesichts niedriger Zinsen lieber aus, als zu sparen. All das hilft gerade den Technologiefirmen, die nah am ganz normalen Verbraucher sind wie Apple, Samsung oder Google.

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