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Biotechnologie : Biontech nimmt weniger Geld ein als erwartet

Krebsforschung in den Labors des Mainzer Biotechunternehmens Biontech Bild: Georg Banek / Biontech

Das Mainzer Biotechunternehmen Biontech nimmt mit seinem Debüt an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq 150 Millionen Dollar ein – und damit deutlich weniger als erhofft. Sowohl Preisspanne als auch das Volumen wurden gesenkt.

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          Das Mainzer Biotechunternehmen Biontech hat am Donnerstag mit seinem Börsengang an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq deutlich weniger Geld eingesammelt als ursprünglich angedacht. Demnach hat das Unternehmen 10 Millionen Anteilsscheine zu je 15 Dollar für insgesamt 150 Millionen Dollar bei Investoren plaziert. Damit wird das im Jahr 2008 gegründete Unternehmen nun auf 3,4 Milliarden Dollar bewertet. Ursprünglich hatte sich das im Jahr 2008 gegründete Unternehmen jedoch mehr erhofft, waren doch 13,2 Millionen Stück zu einem Preis zwischen 18 und 20 Dollar angeboten worden.

          Ilka Kopplin

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Biontechs Gang an die Nasdaq ist zwar nicht unerwartet gekommen. Schließlich hatte das Management rund um den Forscher und Gründer Ugur Sahin in den vergangenen Jahren immer wieder diese Option ins Spiel gebracht. Der nun gewählte Zeitpunkt hat allerdings wohl so manchen überrascht. Groß sind die Unsicherheiten am Markt, insbesondere mit Blick auf den Handelsstreit zwischen Amerika und China. Zuletzt haben deshalb auch bekannte Größen wie der Bürovermittler Wework ihre Börsengänge abgesagt. Andere Beispiele aus der Biotechnologiebranche zeigen in eine ähnliche Richtung. So plazierte Aprea Therapeutics die eigenen Aktien nur in der Mitte der Preisspanne, Viela Bio und Frequency Therapeutics setzten ebenfalls am unteren Ende der jeweiligen Spanne an. ADC Therapeutics hat in der vergangenen Woche gar den Börsengang abgesagt.

          Das Mainzer Unternehmen, das sich auf die Bekämpfung von Krebs und Infektionskrankheiten spezialisiert hat, sorgt seit einigen Jahren für Aufsehen, gilt die Technologie doch als sehr fortschrittlich. So arbeitet das Unternehmen insbesondere auch an einer Art personalisierten Krebsimpfung, bei der die Forscher vom einzelnen Patienten ausgehen. Das passiert über einen individualisierten Impfstoff, der das Immunsystem beauftragt, die Tumorzellen mit Hilfe der eigenen Abwehrzellen zu bekämpfen. Technologisch setzt Biontech dabei auf sogenannte Boten-RNA, also Ribonukleinsäuren, die im Körper für die Informationsübermittlung zuständig sind und den Abwehrzellen sagen, was sie zu tun haben.

          Diese Technologie war es wohl auch, die in den vergangenen Jahren dafür sorgte, dass die Mainzer teils hohe Summen in Finanzierungsrunden einsammeln konnten. So zuletzt geschehen im Sommer, als man umgerechnet rund 325 Millionen Euro von Investoren bekam. Auch die Bill&Melida-Gates-Stiftung zählt zu den Partnern. Zudem kooperiert Biontech mit einigen großen Pharmaunternehmen wie Genentech, Sanofi und Pfizer. Zu den Investoren der ersten Stunde zählen die Gebrüder Strüngmann, die den Generikahersteller Hexal gegründet und später an Novartis verkauft hatten und sich in der deutschen Biotech-Szene als Förderer und Finanziers engagieren.

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