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Nachhaltige Geldanlage : Mein Fonds soll grüner werden

Jedes Depot verträgt frischen Wind: der Offshore-Windpark Butendiek vor der Insel Sylt in der Nordsee Bild: dpa

Anleger können künftig mitbestimmen, wie ökologisch ihr Fondsmanager investieren soll. Eine pfiffige Idee – auch, wenn Finanzinstitute schon jetzt aufstöhnen.

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          Wenn ein Anleger künftig zur Bank geht und Geld investieren will, muss er als Erstes über sich und die Welt plaudern. Er wird von seinem Finanzberater beispielsweise gefragt, ob er bevorzugt Bio-Lebensmittel kauft und Ökostrom bezieht. Oder ob er sich über die Sommerdürre oder den Anstieg des Meeresspiegels sorgt. Oder ob er Kinder oder Enkel hat, die sich vor den Folgen des Klimawandels fürchten und deshalb freitags demonstrieren gehen. Nach einem solchen Vorgeplänkel über das Umweltbewusstsein des Anlegers, wie es beispielsweise in dem Leitfaden des Forums Nachhaltige Geldanlage und anderer Experten vorgesehen ist, geht es dann richtig zur Sache: Der Anleger wird gefragt, ob er es nur auf finanzielle Rendite abgesehen hat oder auch auf konkrete soziale und ökologische Aspekte Wert legt. Idealerweise offenbart der Anleger dann sein gutes Gewissen und legt sein Geld grün oder auf andere spezielle Weise nachhaltig an.

          Thomas Klemm
          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
          Daniel Mohr
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Diese Form der Beratung, ob in der Filiale oder im Netz, hat sich nicht die Finanzbranche ausgedacht, sondern die EU-Kommission. Sie hat die europäische Finanzmarktrichtlinie MiFID II dahin gehend geändert, dass in Zukunft jeder Anleger nach seinen Präferenzen in puncto Nachhaltigkeit gefragt werden soll. Dieses Zwiegespräch darüber, wie öko und sozial das Portfolio sein soll, wird in gut einem Jahr zur Pflicht. Die überarbeitete Finanzmarktrichtlinie ist nur ein Teil des Ansinnens der EU, künftig noch mehr Geld in nachhaltige Projekte zu leiten und den Klimawandel mit privaten Mitteln zu bekämpfen. Dazu sollen Banken und Fondsgesellschaften ebenso motiviert werden wie die Privatanleger.

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