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Nach Suizid des Finanzvorstands : Ackermann verlässt Verwaltungsrat von Zurich

  • Aktualisiert am

Josef Ackermann übernimmt Verantwortung im Zusammenhang mit dem Freitod des Finanzvorstands Bild: dpa

Nach dem Freitod des Finanzvorstands Pierre Wauthier ist der frühere Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann, als Verwaltungsratsvorsitzender der Zurich Insurance zurückgetreten.

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          Die Zurich Insurance Group verliert ihren Verwaltungsratspräsidenten: Der ehemalige Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann tritt von allen seinen Funktionen als Mitglied des Gremiums mit sofortiger Wirkung zurück, wie der Versicherungskonzern mitteilte. Ackermann reagierte damit auf den Tod von Finanzvorstand Pierre Wauthier vor wenigen Tagen.

          „Der unerwartete Tod Pierre Wauthiers hat mich zutiefst erschüttert“, erklärte der Manager laut der Mitteilung. „Ich habe Grund zur Annahme, dass die Familie meint, ich solle meinen Teil der Verantwortung hierfür tragen, ungeachtet dessen, wie unbegründet dies objektiv betrachtet auch sein mag. Daher sehe ich eine weitere erfolgreiche Führung des Verwaltungsrates zum Wohle der Zurich in Frage gestellt. Um jegliche Rufschädigung zu Lasten von Zurich zu vermeiden, habe ich beschlossen, von allen meinen Funktionen im Verwaltungsrat mit sofortiger Wirkung zurückzutreten.“

          Pierre Wauthier war am Montagmorgen an seinem Wohnort leblos aufgefunden worden Die Polizei geht von Selbstmord aus. Der stellvertretende Verwaltungsratspräsident Tom de Swaan wird die Funktion des amtierenden Verwaltungsratspräsidenten der Zurich-Gruppe übernehmen.

          Die Schweizer Zurich-Versicherungsgruppe zählt zu den größten Unternehmen der Branche auf der ganzen Welt. Der Konzern beschäftigt nach eigenen Angaben etwa 60.000 Mitarbeiter und bietet Sach- und Lebensversicherungen in mehr als 170 Ländern an. Die Wurzeln reichen bis in das Jahr 1872 zurück. Vor rund zehn Jahren hatte Zurich eine Restrukturierung eingeleitet und Bereiche, die nicht zum Kerngeschäft Versicherungen gehören, weitgehend abgestoßen.

          Der Vorstandsvorsitzende Martin Senn ist seit 2010 im Amt, ihm zur Seite stand seit vergangenem Jahr der frühere Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann als Vorsitzender des Verwaltungsrats. Im ersten Halbjahr 2013 erzielte die Zurich-Gruppe einen Überschuss von 1,851 Milliarden Dollar (1,385 Milliarden Euro). Für den Rückgang von 17 Prozent sind neben mehreren Naturkatastrophen auch die niedrigen Zinsen verantwortlich, die die Erträge aus der Anlage der Versicherungsbeiträge schrumpfen lassen.

          Josef Ackermann ist in diesen Tagen auch noch aus einem weiteren Grund in den Schlagzeilen: Die Münchner Staatsanwaltschaft treibt ihre Ermittlungen gegen die Deutsche Bank wegen versuchten Prozessbetrugs und Falschaussage voran. Die Strafverfolger haben nach Informationen der F.A.Z. zahlreiche Vorladungen verschickt, um in den kommenden Wochen hochrangige Mitarbeiter zu vernehmen.Dabei geht es um einen Zivilprozess, in dem die Erben des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch von dem Kreditinstitut Schadensersatz in Milliardenhöhe verlangen. Der Vorsitzende Richter in der Schadensersatzklage, Guido Kotschy, hatte schon im Herbst des Jahres 2011 den Verdacht geäußert, dass unter anderen Josef Ackermann die Unwahrheit gesagt haben soll.

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