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Nach Putschversuch : Türkische Zentralbank gibt unbegrenzt Geld

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Wie aus dem Lehrbuch: Die türkische Lira gibt nach. Bild: Reuters

Der Putschversuch in der Türkei wird die Anleger an den Börsen in Atem halten - davon sind Fachleute überzeugt. Die türkische Zentralbank versucht, mit einem eindeutigen Schritt gegenzusteuern.

          Wird der Putschversuch in der Türkei wirtschaftliche Turbulenzen nach sich ziehen? Die türkische Zentralbank jedenfalls tut alles dafür, um das zu vermeiden. Sie hat  den Geschäftsbanken den Landes unbegrenzte Liquiditätslinien in Aussicht gestellt. Infolge der Ereignisse in der Nacht zum Samstag teilte die Notenbank nun mit, sie werde alles Nötige tun, um die Finanzstabilität des Landes zu verteidigen. Die türkische Wirtschaft läuft seit längerem nicht mehr so gut wie in früheren Jahren. Banken kämpfen mit faulen Krediten, weil Firmen Pleite gehen. Wegen der angespannten Sicherheitslage weichen viele Touristen zudem auf andere Ziele aus. Nach den aktuellen Ereignissen dürfte sich dies erst einmal nicht verändern.

          Auch die Börsianer werden in der neuen Woche verunsichert sein, glauben Finanzfachleute. „Die US-Renditen gehen runter, die türkische Lira gibt nach, der Goldpreis steigt - das ist eine Reaktion wie aus dem Lehrbuch", sagte der Portfolio-Stratege Brian Jacobsen vom Vermögensverwalter Wells Fargo Funds Management. „Ich glaube aber nicht, dass die Unruhen auf andere Länder überspringen werden.“

          Die Reaktionen der Börsen am Golf, an denen auch an diesem Sonntag gehandelt wird, fielen gemischt aus: Während die Börsen in Saudi-Arabien und Dubai etwas anzogen, ging es in Kuwait und Qatar leicht bergab.

          Investoren müssen sich nach Ansicht des stellvertretenden türkischen Ministerpräsidenten Mehmet Simsek nicht sorgen. „Wir haben die Kontrolle. Kein Grund zur Sorge“, schrieb er auf Twitter. Die Regierung habe in Absprache mit der Zentralbank des Landes und des Finanzministeriums alle erforderlichen Maßnahmen getroffen.

          Die türkische Regierung geht nun stark gegen Teile des Militärs sowie der Justiz vor. Bei den Kämpfen, die Militärangehörige am Freitagabend in Istanbul und Ankara völlig überraschend begannen, wurden mindestens 265 Menschen getötet und fast 1500 verletzt. Knapp 6000 Menschen wurden laut Regierung bislang festgenommen.

          Nachdem der Putschversuch in der Türkei am Freitag bekannt geworden war, war der Kurs der türkischen Lira im Verhältnis zum Dollar so stark gefallen wie seit acht Jahren nicht mehr. Die Börsen waren zu diesem Zeitpunkt allerdings schon geschlossen gewesen.

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