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Emerging Markets : Investoren sehen China auf gutem Weg

Ein Arbeiter trägt eine Maske im Gebäude der Börse Schanghai: Investoren sehen sowohl China als auch andere aufstrebende Volkswirtschaften auf einem guten Weg. Bild: Reuters

Die Corona-Krise hat auch die aufstrebenden Volkswirtschaften stark in Mitleidenschaft gezogen. Doch die auf diese Märkte spezialisierten Vermögensverwalter unterscheiden inzwischen zwei Klassen von Emerging Markets.

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          Die Corona-Krise mit ihren Verwerfungen an den Finanzmärkten hat auch die aufstrebenden Volkswirtschaften stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Sorgen vor zu hohen Dollar-Schulden, die Auswirkungen der Pandemie auf die schwachen Gesundheitssysteme in überbevölkerten Megastädten, die Abhängigkeit vieler Länder vom Ölpreis sowie die unvermeidbare Rezession der Weltwirtschaft nähren Zweifel an den zukünftigen Wachstumsaussichten in den Schwellenländern. Doch die auf diese Märkte spezialisierten Vermögensverwalter unterscheiden inzwischen zwei Klassen von Emerging Markets.

          Markus Frühauf
          (maf.), Wirtschaft

          Für Juliana Hansveden, Portfoliomanagerin des auf Aktien ausgerichteten Nordea 1 Emerging Stars Equity Fund, gibt es jene Länder, die sich von der Corona-Krise erholen, und jene, in denen weitere Ausbrüche wahrscheinlich sind. Sie zählt China, Südkorea und Taiwan zur ersten Gruppe. Auch Kim Catechis, Chefanlagestratege der Legg-Mason-Aktiensparte Martin Currie, räumt diesen drei asiatischen Ländern derzeit die besten Chancen ein.

          Südkorea, China und Taiwan können Krise schneller hinter sich lassen

          Im Gespräch mit der F.A.Z. nennt Catechis als entscheidende Faktoren die finanzielle Widerstandsfähigkeit, staatliche und institutionelle Leistungsfähigkeit, geringe Abhängigkeit vom Ölpreis und die Stabilität des Gesundheitssystems. Hier wiesen China, Südkorea und Taiwan die besten Chancen auf, die Krise in einem überschaubaren Zeitrahmen hinter sich zu lassen.

          Hansveden verweist auf die Wiederaufnahme der Wirtschaftstätigkeit in diesen drei Ländern, da sie langsam aus dem Shutdown ausstiegen, während sich andere Märkte noch in einem frühen Stadium befänden. Das hat zur Folge, dass Nordea in dem Schwellenländer-Aktienfonds China, Südkorea und Taiwan aufgestockt hat. Dagegen sei das Engagement in Brasilien, Indien und Indonesien verringert worden, weil hier das Risiko künftig größerer Coronavirus-Ausbrüche gesehen werde, schreibt Hansveden.

          Catechis wertet die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in China, Südkorea und Taiwan als erfolgreich. Diese Volkswirtschaften dürften seiner Ansicht nach bald wieder in den Normalzustand zurückkehren und zudem von dem niedrigen Ölpreis profitieren. Catechis hält den Zeitpunkt noch für zu früh, um beurteilen zu können, wie Brasilien oder Indien die Pandemie bewältigen werden.

          Die größten Herausforderungen erwartet der Martin-Currie-Stratege in Mexiko, Saudi-Arabien und Russland, da diese Länder sehr stark von ihren Ölexporten abhängen. Catechis erinnert an frühere Pandemien wie zum Beispiel Sars, auf die eine kräftige Rally in allen Märkten folgte. Er kann sich ein ähnliches Muster nach der Corona-Krise vorstellen.

          Rückkehr zum normalen Geschäft

          Sehr hoffnungsvoll ist die Nordea-Portfoliomanagerin Hansveden für China. Zwar sei das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal um 6,8 Prozent und damit das erste Mal seit Beginn der Aufzeichnungen geschrumpft. Jedoch erwarte die Weltbank für China im Gesamtjahr noch immer ein positives Wachstum. Die Unternehmen kehrten zur Normalität zurück.

          So erwarte die amerikanische Handelskammer in China für ein Viertel ihrer Unternehmen bis Ende April eine Rückkehr zum normalen Geschäft. 40 Prozent würden das zu Jahresbeginn geplante Investitionsniveau beibehalten. Nach Ansicht von Hansveden nimmt in China die Nachfrage zu, und das Leben normalisiert sich wieder.

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