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Vorbereitungen auf den Brexit : UBS wählt Frankfurt als EU-Basis

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UBS-Chef Sergio Ermotti Bild: EPA

Der Finanzplatz Frankfurt gewinnt weiter an Bedeutung: Die Schweizer Großbank UBS hat sich für die Mainmetropole als neue Basis für die EU-Geschäfte nach dem Brexit entschieden. Und die Deutsche Bank erwägt, riesige Vermögenswerte nach Frankfurt zu verlagern.

          Die Schweizer Bank UBS hat den Finanzplatz Frankfurt als Drehkreuz für ihr EU-Geschäft nach dem Brexit augewählt. Das Bankhaus ist zudem dabei, Vorereitungen für ein Worst-Case-Szenario zu treffen, falls Großbritannien ohne eine Einigung aus der EU ausscheiden sollte. Dies sagte UBS-Chef Sergio Ermotti dem Nachrichtensender Bloomberg.

          Man habe die Entscheidung vor einigen Wochen getroffen. Die UBS plane, in Frankfurt ihre EU-Basis zu haben mit Dependancen in Madrid, Paris, Mailand und anderenorts. Emotti sagte außerdem, dass an den Finanzmärkte davon ausgegangen werde, dass es keine Einigung zwischen Großbritannien und der EU geben werde. Was nun auch immer passieren werden, das Ganze werde teuer werden, so die herrschende Meinung.

          Die UBS selbst rechnet mit brexit-bedingten Aufwendungen von mehr als 100 Millionen Schweizer Franken. Darin enthalten sind auch Kosten für den Umzug von Mitarbeitern aus London und Rechtskosten.

          Auswirkungen der Entscheidung Großbritanniens schon spürbar

          Großbritannien will Ende März 2019 der Europäische Union den Rücken kehren. Seit dem Brexit-Votum von Mitte 2016 haben zahlreiche international agierende Banken Arbeitsplätze aus London weg verlagert. Damit wollen sie erreichen, dass sie weiter wichtige Dienstleistungen für EU-Kunden erbringen können und den Zugang zum europäischen Binnenmarkt nicht verlieren. Das verringert die Bedeutung des Finanzplatzes London.

          Die City verlor in einem am vergangenen Mittwoch veröffentlichten Ranking des Beratungshauses Z/Yen ihren Spitzenplatz an New York. London büßte gegenüber der Analyse vor sechs Monaten acht Punkte ein und damit so viel wie kein anderes großes Finanzzentrum. „Wir rücken immer näher an den Austrittstag, wissen aber immer noch nicht, ob London künftig mit allen europäischen Finanzzentren im Geschäft bleiben kann“, sagte Mark Yeandle, der den Index ins Leben gerufen hat.

          UBS-Chef Ermotti zufolge sind die Auswirkungen der Entscheidung Großbritanniens, die EU zu verlassen, schon spürbar. Auch der Mitbewerber Deutsche Bank arbeitet an einem Brexit-Plan. Das deutsche Bankhaus erwägt einem Insider zufolge, wegen des Brexits eine umfangreiche Verlagerung von Vermögenswerten im Wert von 600 Milliarden Euro von London nach Frankfurt. Damit würde man Forderungen der europäischen Regulierer nachkommen, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Sonntag.

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