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Münzen : Euro - die Rückseiten sind das Interessante

  • -Aktualisiert am

Für Sammler attraktiv: Kleinstauflagen des Euro Bild:

Mit den Euros von San Marino hat sich die Zahl der nationalen Rückseiten auf 104 erhöht. Aus Monaco und dem Vatikan werden noch weitere 16 hinzukommen.

          Was Numismatiker in aller Welt bereits mit Spannung erwartet haben, präsentiert sich seit einiger Zeit der interessierten Öffentlichkeit: die nationalen Euro-Rückseiten von San Marino. Auch der Zwergstaat wird nämlich ab dem 1. Januar 2002 eigene Euro-Kursmünzen von ein Cent bis zwei Euro herausgeben. Und auch die werden überall in Europa gültig sein, als ganz normales Zahlungsmittel. Aus Monaco und dem Vatikan werden demnächst sogar noch weitere 16 Münzen hinzukommen.

          Besonders für Sammler interessant: Die Auflagenhöhe der drei assoziierten Mitglieder San Marino, Vatikan und Monaco ist im Vergleich zu den Euro-Stückzahlen der zwölf großen Länder extrem gering. Aber gerade dadurch versprechen diese Kleinstauflagen natürlich sehr viel eher eine ansehnliche Wertsteigerung als die Euros der Großen. Allein schon weil die Anzahl möglicher Euro-Komplett-Sammlungen dadurch sehr stark limitiert wird.

          Drei Türme dominieren

          Die vom Hamburger Bildhauer Frantisek Chochola entworfenen Münzen sind den Baudenkmälern und der Geschichte der knapp 20 Kilometer südwestlich von Rimini gelegenen Kleinrepublik gewidmet. Auf den Designs der acht Euro-Rückseiten dominieren dabei die drei Festungstürme des Monte Titano von San Marino, die auch das charakteristische Erscheinungsbild des Stadtstaates prägen.

          Unterhalb der Bastionen liegt das historische Viertel der Hauptstadt San Marino. Während die 50-Cent-Münze alle drei Türme in komprimierter Ansicht zeigt, sind auf den Nominalen zu 1 und 5 Cent der Dritte Turm „Il Montale“ (13. Jahrhundert) beziehungsweise der Erste Turm „La Guaita“ (10./11. Jahrhundert) einzeln abgebildet. Vereinigt sind alle drei Festungen des weiteren im Staatswappen von San Marino, das auf der 1-Euro-Bimetallmünze zu sehen ist.

          Gründungsvater Heiliger Marino

          Die Altstadt von San Marino mit Mauerring und Wehrtürmen ist auch Teil eines Gemäldes von Guercino aus dem 17. Jahrhundert, das den Gründungsvater der Kleinrepublik, den Heiligen Marino, porträtiert. Darauf hält er ein Modell der Altstadt San Marinos in seiner Linken, was auch auf der neuen 20-Cent-Münze im Ausschnitt zu sehen ist.

          Der Legende nach verließ Marino, ein christlicher Steinmetz dalmatinischen Ursprungs, im dritten Jahrhundert seine Heimat, die heutige Insel Rab, um der Verfolgung durch den Kaiser Diokletian zu entkommen. Nach verschiedenen Zwischenstationen zog er sich als Eremit auf den Monte Titano unweit der adriatischen Küste zurück. Der Ruhm des in aller Abgeschiedenheit lebenden Heiligen verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Schnell sammelte sich um ihn herum eine Gemeinde, die eine Kirche zu Ehren des Heiligen Petrus bauen ließ. Doch siedelten sich auch rund um das Kloster Familiengruppen an, die sich der Viehzucht, Jagd und Steinverarbeitung widmeten. Das war die Geburtsstunde von San Marino.

          Sprung ins 19. Jahrhundert

          Einen gewaltigen zeitlichen Sprung innerhalb der Landesgeschichte entfernt sind die restlichen drei Münzmotive. Das 10-Cent-Stück zeigt die 1826 im Stil des Klassizismus neu erbaute Pfarrei „Basilica del Santo“. Aus der Zeit der Jahrhundertwende stammt wiederum der heutige, im historisierenden Stil konstruierte Regierungspalast San Marinos, dessen Front auf der 2-Euro-Bimetallmünze abgebildet ist. Die Fassade ist mit den Wappen der acht Kastelle - die sanmarinesischen Verwaltungsbezirke - geschmückt. Auf dem Platz vor dem Regierungspalast, der „Piazza della Liberta“, steht die von Stefano Galletti (1883-1905) gestaltete Freiheitsstatue, das Motiv der 2-Cent-Münze San Marinos.

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