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Großstädte im Vergleich : München droht eine Immobilienblase

Teures Pflaster ist München mittlerweile – auch im internationalen Vergleich. Bild: dpa

Mailand, Chicago, Los Angeles: Fachleute der UBS haben Wohnungsmärkte rund um die Welt untersucht. Und ausgerechnet, was in der bayerischen Landeshauptstadt besonders ist.

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          Wie viele Jahresgehälter braucht es, um sich eine Wohnung zu kaufen? Dieser Frage ist die Schweizer Großbank UBS nachgegangen und hat dazu Immobilienmärkte auf der ganzen Welt ausgewertet. In Deutschland haben die Fachleute der Bank eine Stadt ausgemacht, in der sie die große Gefahr einer Blase sehen: München.

          Franz Nestler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          So waren in der bayerischen Landeshauptstadt vor zehn Jahren vier Jahresgehälter nötig, um eine 60 Quadratmeter große Wohnung zu kaufen – heute sind es acht. Die Studie untersuchte 20 Städte.

          Dass es deutlich günstiger geht, zeigt ein internationaler Vergleich: In Mailand braucht man 5,7 Jahreseinkommen, in Chicago, Boston und Los Angeles sogar weniger als fünf.

          Entwarnung in Sachen Verschuldung

          Auch bei anderen Kennwerten liegen die Münchner jenseits von gut und böse: Man müsste in München heute schon 35 Jahre Mietzahlungen zusammennehmen, um eine Wohnung zu kaufen. Vor zehn Jahren waren es nur 25 Jahre.

          Dieser Sprung war lediglich in einer Stadt noch größer, in der dann das Blasenrisiko auch höher bewertet wird: Nämlich in Hongkong. Dort wuchs die Anzahl der Mietzahlungen von 25 auf 35 Jahre. Toronto und Vancouver liegen auf einem ähnlichen Niveau wie München.

          Frankfurt untersuchten die Schweizer ebenfalls: Hier sind die Kaufpreise im Vorjahr um 15 Prozent gestiegen – auch das sei ein Zeichen für „zunehmende Ungleichgewichte“, wie die UBS schreibt. Damit liegt die Mainmetropole auf Platz 10 und wird als „überbewerteter Immobilienmarkt“ eingestuft, aber noch nicht als Blase.

          Die Analysten sehen ein erhöhtes Blasenrisiko vor allem dort, wo die Preise deutlich stärker steigen als die Einkommen. Aber auch andere Faktoren wie eine exzessive Verschuldung oder übertriebene Bauaktivitäten zählen die Schweizer auf. Doch gleichzeitig gibt die UBS Entwarnung: Das Volumen ausstehender Hypotheken wächst nur halb so schnell wie in der Vorkrisenzeit.

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