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Corona-Schulden : Moody’s stuft Ausblick für Bundesländer herab

Bild: Edgar Schoepal

Die Steuereinnahmen sinken, gleichzeitig steigen die Ausgaben, um die Wirtschaft anzukurbeln. Doch erleichtern die niedrigen Zinsen die Schuldenaufnahme.

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          Die Ratingagentur Moody’s hat den Ausblick für die Bundesländer auf „negativ“ herabgestuft. Das bedeutet, dass die Bonitätsnoten eher gesenkt als hochgestuft werden dürften. Die Bonitätsprüfer begründen ihren negativen Ausblick mit der niedrigeren Entwicklung der Steuereinnahmen und den höheren Ausgaben zur Stützung der Wirtschaft in der Corona-Pandemie.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Da die konjunkturelle Wachstumsdynamik schwächer ausfallen werde als noch vor der Corona-Krise erwartet, würden die Steuereinnahmen in diesem Jahr nicht ganz das Niveau von 2019 erreichen, schätzt Moody’s. Hinzu kämen finanzielle Belastungen für die Länder aus den Programmen zur Ankurbelung der regionalen Wirtschaft. „Die bundesweite Aussetzung der Schuldenbremse wird es den Ländern ermöglichen, ihre Schuldenstände weiter zu erhöhen“, ließ sich Tamas Fuszenecker, Analyst bei Moody’s, zitieren.

          Hoher Finanzbedarf

          Der Finanzbedarf zur Deckung von Defiziten dürfte vom erwarteten Rekord von 41 Milliarden Euro im Jahr 2020 zwar zurückgehen, mit rund 24 Milliarden Euro im Jahr 2021 und 21 Milliarden Euro im Jahr 2022 aber weiterhin hoch bleiben. Die Mittelaufnahme einschließlich fälliger Titel wird sich nach Angaben von Moody’s in den nächsten zwei Jahren voraussichtlich auf 61 Milliarden beziehungsweise 57 Milliarden Euro belaufen. Im vergangenen Jahr nahmen die Bundesländer 74 Milliarden Euro auf.

          Sie profitieren am Anleihemarkt derzeit von den historisch günstigen Zinsen und auch von den Käufen der Europäischen Zentralbank (EZB). Das erleichtert die Refinanzierung fälliger Titel.

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