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Mittelstandsanleihenfonds : Anteilsgeschäft ausgesetzt

Mit einem Tower wollte die GEWA in Fellbach hoch hinaus. Die nach der Pleite wertlose Anleihe ruht weiter im Portfolio des Mittelstandsanleihenfonds. Bild: dpa

Anleger des Deutschen Mittelstandsanleihenfonds können derzeit keine Anteile mehr zurückgeben. Grund ist eine „Bewertungsunsicherheit“ im Portfolio.

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          Die Anleger des Deutschen Mittelstandsanleihenfonds wurden in dieser Woche mit einer schlechten Nachricht konfrontiert. Der Betreuungspartner des von der KFM Deutsche Mittelstand AG verwalteten Fonds, die IP Concept, hat Anteilsausgabe und -rücknahme ausgesetzt. IP Concept ist eine Tochtergesellschaft der DZ Privatbank.

          Martin Hock
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Anlass sei, dass eine ordnungsgemäße Bewertung der Anleihe der Securo Pro Lux, auch bekannt als Verius 1, nicht mehr sichergestellt sei. Diese Anleihe ist durch Anteile an einem Immobilienfinanzierungsfonds der Verius Capital besichert, der Immobilientransaktionen finanziert. Für diesen Fonds wurden Berechnung des Nettoinventarwerts und das Anteilscheingeschäft aufgrund „wesentlicher Bewertungsunsicherheiten des Anlagevermögens“ Anfang Dezember eingestellt. Grund war laut Mitteilung der KFM, dass „aufgrund der herausfordernden Marktbedingungen“, insbesondere durch die Zinserhöhungen der EZB, die zugrundeliegenden Werte des Fonds einer Neubewertung unterzogen werden müssen. Seitdem ist auch die Kursfeststellung der Anleihe ausgesetzt.

          Der Mittelstandsanleihenfonds hat laut Mitteilung fünf Millionen Euro oder rund 3,8 Prozent in die Verius-Anleihe investiert. Die Toleranzschwelle für den Anteil des „nicht berechenbaren Fondsvolumens“ liegt bei 0,5 Prozent, bezogen auf den Einfluss auf den Nettoinventarwert des Fonds. Die Bewertungsunsicherheit mache eine Aussetzung des Anteilsgeschäfts erforderlich.

          Die KFM gibt sich optimistisch: Derzeit lägen keine Informationen vor, die Zweifel an der Rückzahlung der Anleihe am Anfang 2024 aufkommen ließen. Man gehe davon aus, dass mit der Neubewertung des Fondsportfolios der Kurs der Anleihe unter pari sinken werde. Die Anleihe müsste aber zum Laufzeitende zu 100 Prozent des Nennwerts getilgt werden. Nach der Neubewertung werde das Anteilsgeschäft für den Mittelstandsanleihenfonds wieder aufgenommen.

          Der Anteilswert des Fonds ist in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 10 Prozent gesunken. Unter Berücksichtigung der Ausschüttungen ergibt sich für diesen Zeitraum aktuell eine Rendite von rund 16 Prozent oder etwa 3,2 Prozent pro Jahr.

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