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Mittelstandsanleihen : Zamek dürfte Anlegern schmecken

Die Keimzelle des Zamek-Konzerns Bild: Gemeinfrei

Mit dem Brühwürfelerfinder Zamek begibt ein weiterer Markenartikler eine Mittelstandsanleihe. Die Emission dürfte ein Erfolg werden. Doch die Risiken der Anlagegattung bleiben.

          5 Min.

          Werbemelodien und Marken sind eine Generationenfrage. Seit 1965 hatte sich die Werbemelodie „Mit Zamek fängt die Mahlzeit an“ ebenso wie „Zamek schmeckt“ in die Ohren der Verbraucher geschmeichelt. Selbst die Eishockey-Fans aus Düsseldorf, das das Unternehmen lange Jahre sponserte, pflegten über ihre Konkurrenz aus Köln zu singen: „Mit Zamek fängt die Mahlzeit an, / die Haie sind als Nachtisch dran.“

          Martin Hock
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Doch seit 2006 können immer weniger Verbraucher damit etwas anfangen. Das Familienunternehmen, dessen Gründer Bernhard Zamek Ende der Zwanziger Jahre den fettangereicherten Brühwürfel erfunden hatte, hat 2006 den Verkauf seiner Fertigsuppen, -soßen und Brühwürfel unter dem eigenen Markennamen im Einzelhandel hintan gestellt und produziert vorwiegend für die Eigenmarken der großen Lebensmittelketten.

          Verluste aus der Vergangenheit

          Nun taucht der Name an anderer Stelle wieder auf, nämlich als Emittent einer Mittelstandsanleihe. Das wie üblich fünfjährige Papier hat einen Zinskupon von 7,75 Prozent und soll wie schon die Anleihen anderer Markenartikler wie Valensina, Underberg oder Seidensticker am Düsseldorfer Mittelstandsmarkt gelistet werden.

          Bis zu 35 Millionen Euro soll das Volumen der Anleihe betragen, mit der Zamek vor allem weiteres Wachstum finanzieren, aber auch einen Teil seiner Schulden abtragen will. Zamek hatte zum 31.12.2011 eine Eigenkapitalquote von 23,5 Prozent. Dabei spielt ein Bilanzverlust von rund 8,7 Millionen Euro bei einem Umsatz von zuletzt knapp 79 Millionen Euro eine Rolle, der vor allem aus den Geschäftsjahren 2006/2007 und 2007/2008 resultiert, also der Zeit, nachdem Zamek als Markenname aus dem Einzelhandel zunehmend verschwand.

          Trotz seinerzeit höherer Erlöse von um 90 Millionen Euro waren Verluste aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von knapp unter 4 Millionen Euro angefallen. Zum einen war schon der Rohertrag niedriger gewesen, zum anderen lagen die Personalkosten mehr als 5 Millionen Euro höher als heute.

          Südamerika im Auge

          Seitdem ist deutlich gespart worden. Das kommt nicht nur in niedrigeren Umsätzen und höheren Margen zum Ausdruck. Schon 2009 geriet das Unternehmen in Konflikt mit der Gewerkschaft NGG. Erst jüngst gab es wieder Warnstreiks, weil Zamek 2011 aus dem Manteltarifvertrag ausgetreten ist. Mit der eigenen Einzelhandelsmarke starb auch das Sponsoring der Düsseldorfer EG sowie des Tennisclubs TC Benrath. 2009 wurde mit Banken eine Neustrukturierung der Finanzierung ausgehandelt.

          Insgesamt also hat Zamek eine jahrelange Restrukturierung hinter sich, die ihre deutlichen Spuren in Bilanz und Erfolgsrechnung hinterlassen hat. Man versucht Produktinnovationen im Handel zu platzieren, der Auslandsanteil des Umsatzes hat sich seit 2006 auf 40 Prozent verdoppelte und soll in drei Jahren bei deutlich mehr als 50 Prozent liegen. Demnächst will man den Schritt nach Südamerika wagen. Auch Neuseeland und afrikanische Länder stehen auf der Wunschliste.

          Begrenzter Spielraum

          Die Analysten der Creditreform bewerten die Bonität von Zamek mit der Note „BB“ und damit zwischen Underberg und Katjes auf der oberen und Valensina auf der unteren Seite. So seien die Finanzierungslinien bisher ausreichend gewesen, der finanzielle Spielraum aber relativ eng.

          Etwas überraschend äußert die Creditreform in der veröffentlichten Rating-Zusammenfassung, dass sie eine Neustrukturierung der Bankfinanzierung für sinnvoll erachte. Die derzeitigen Strukturen resultierten wesentlich noch aus den krisenbedingten Jahren 2008 und 2009. Somit sollte die geplante Anleihebegebung den Wachstumsprozess der Zamek Gruppe unterstützen, schreibt Creditreform.

          Die Analysten sehen zudem kundenseitige Risiken. Insbesondere im Geschäft mit den Einzelhandelsketten, in dem zuletzt 46 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet wurden, würden rund 42 Prozent des Gesamtumsatzes mit nur sehr wenigen Kunden erzielt. Andererseits beruhten die Abhängigkeiten teilweise auch auf Gegenseitigkeit.

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