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Digitale Finanzbranche : Fintechs sind die Ausnahme bei Bausparkassen

  • -Aktualisiert am

Die Zentrale der Bausparkasse Schwäbisch Hall Bild: dpa

Mit der Beteiligung am Fintech Impleco reagiert Schwäbisch Hall auf Veränderungen des Kundenverhaltens. Denn diese nutzen zunehmend digitale Services. Trotzdem bleiben Start-ups rar bei deutschen Bausparkassen.

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          Einen Sachverständigen buchen, um den Wert der Immobilie zu ermitteln. Fragen zur energetischen Sanierung beantworten. Ein digitaler Modernisierungs-Check. Das Internet ermöglicht nicht nur Banken, sondern auch Bausparkassen neue Möglichkeiten. Eine wichtige Rolle können dabei Start-ups aus dem Finanzbereich spielen. Branchenprimus Schwäbisch Hall setzt dabei auf das Fintech Impleco, an dem sich die Bausparkasse kürzlich mit 50 Prozent beteiligte. Das in Berlin ansässige Start-up ist im vergangenen Jahr von den PSD-Banken Berlin-Brandenburg, Rhein-Ruhr und Westfalen-Lippe gegründet worden.

          Der Vorstandsvorsitzende von Schwäbisch Hall, Reinhard Klein, sagt, das Gemeinschaftsunternehmen sei zum Beispiel ein wichtiger Schritt beim Aufbau eines digitalen Ökosystems Bauen und Wohnen für die genossenschaftliche Finanzgruppe. Die 2019 an den Start gegangene Informations- und Dienstleistungsplattform Wohnglück werde verknüpft mit konkreten Angeboten rund um das Thema Bauen und Wohnen. „Kunden können sich also sowohl informieren als auch konkrete Services kaufen.“ Hier sei man noch in einem sehr frühen Stadium.

          Für Klein ist die Einbeziehung des Fintechs in das Geschäftsmodell auch eine Reaktion auf das veränderte Kundenverhalten. Er verweist auf die Baufinanzierungsplattformen. Inzwischen würden über ein Viertel der Baufinanzierungen in Deutschland über sie abgeschlossen. Hier betreibt Schwäbisch Hall seit 2018 die Plattform Baufinex, ein Gemeinschaftsunternehmen mit Hypoport. An ihr seien inzwischen 450 Kreditanbieter in Deutschland, darunter sehr viele Genossenschaftsbanken, angeschlossen. Angebunden seien unter anderem 3200 freie Vermittler und rund 450 Finanzdienstleister. „Jede Bank hat damit ihren eigenen regionalen Vermittler-Marktplatz.“

          Persönlicher Kontakt bei Lebensentscheidungen

          Die Digitalisierung schreite in der Baufinanzierung immer weiter voran. Interessant sei aber, dass der eigentliche Abschluss nahezu immer noch persönlich stattfinde, sagt Klein und verweist auf die Erfahrungen bei Schwäbisch Hall. „Das liegt vor allen Dingen daran, dass eine Baufinanzierung immer noch die wichtigste finanzielle Entscheidung im Leben eines Kunden ist. In diesem Augenblick wird immer noch der persönliche Kontakt bevorzugt, wenn auch mittlerweile beispielsweise verstärkt über Videoberatung.“ Eine Summe für die Aufwendungen im Bereich der Digitalisierung nennt Klein nicht. Er setzt gezielt auf Fintechs. „Im Rahmen der Digitalisierungsoffensive etablierter Anbieter können Fintech-Lösungen helfen, entsprechende Digitalisierungsangebote gemeinsam schnell auf den Markt zu bringen.“

          Generell spielen die Start-ups aber bei Bausparkassen bisher eine eher untergeordnete Rolle. Doch Stefan Siebert, Vorsitzender des Vorstands der LBS Südwest, der größten öffentlich-rechtlichen Bausparkasse, betont: „Fintechs bringen eine hohe Innovationskraft mit, die gerade traditionsreichen Unternehmen wie Bausparkassen sehr gut tun kann.“ Mit ihren in der Regel sehr nutzerorientierten Lösungsbausteinen schafften sie echten Mehrwert – für Bausparkassen, aber auch für alle Wohn- und Immobilieninteressierten. Für die Sparkassen-Finanzgruppe arbeitet der Sparkassen Innovation Hub (S-Hub) gemeinsam mit Fintechs an kundenorientierten Lösungen im digitalen Raum. Rund 85 Prozent der LBS-Kunden seien auch Sparkassen-Kunden, für die Mobile Banking zum Alltag gehört.

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