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Goldener Handschlag : Millionen-Abfindung für den abgetretenen Commerzbank-Chef

Bild: Reuters

Im Streit mit den Investoren hatte Commerzbank-Chef Martin Zielke im Sommer das Handtuch geworfen. Zum Abschied zahlt das teilverstaatlichte Institut ihm eine üppige Abfindung.

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          Die Meldung im Juli kam überraschend und versetzte der ohnehin chronisch kriselnden Commerzbank einen Doppelschlag. Sowohl der Vorstandsvorsitzende Martin Zielke als auch der Aufsichtsratschef Stefan Schmittmann kündigten ihren Rücktritt an. Vorangegangen waren schwere Vorwürfe des Großinvestors Cerberus über die anhaltende Erfolglosigkeit der Konzernspitze und schließlich der mangelnde Rückhalt des mit 15 Prozent an der Bank beteiligten Bundes. Während Schmittmann sofort ging, machte Zielke noch weiter bis ein Nachfolger für ihn gefunden war - und erhält eine üppige Abfindung, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Vergütungsbericht der Bank hervorgeht.

          Tim Kanning
          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Für die Zeit vom 1. Januar 2021 an erhält Martin Zielke einen Gesamtbetrag in Höhe von 3.348.480 Euro brutto, der in 24 monatlichen Raten gezahlt wird“, steht dort fein säuberlich. Und weiter wird dort ausgeführt, dass dieser Betrag noch weit unter dem eigentlich möglichen Maximalbetrag liege, weil Zielke auf die Anrechnung möglicher variabler Vergütungsansprüche und anderer Nebenleistungen verzichtete habe.

          Geringerer Verlust erwartet

          In der Belegschaft der schon seit der Finanzkrise auf Dauer-Sparkurs befindlichen Bank dürfte die Höhe der Abfindung dennoch auf Unverständnis stoßen. Gerade sollen wieder mehrere Tausend Stellen abgebaut und fast die Hälfte der Filialen für immer geschlossen werden. Und auch die Aktionäre, die nicht nur hohe Kursverluste hinnehmen, sondern auch  seit Jahren auf Dividenden verzichten müssen, dürfte der goldene Handschlag wenig erfreuen. 

          Immerhin: Auch für das laufende Geschäftsjahr rechnet die Bank laut ihrem Geschäftsbericht zwar noch einmal mit einem Nettoverlust, allerdings mit einem deutlich geringeren als im vergangenen Jahr. Für das Jahr 2020 hatte der im Herbst angetretene Nachfolger Zielkes, Manfred Knof, wegen hoher Umbaukosten, Abschreibungen auf Firmenwerte und einer deutlich gestiegenen Risikovorsorge unter dem Strich einen Verlust von 2,9 Milliarden Euro vermeldet.

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