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Mietendeckel gemildert : Kurse von Immobilienaktien schießen in die Höhe

  • Aktualisiert am

Verzweifelte Wohnungssuche per Zettel an einem Laternenpfahl in Berlin Bild: dpa

Die Immobilienwirtschaft hofft auf Erleichterungen beim Berliner Mietendeckel – Aktien von Wohnungsgesellschaften feiern das mit einem Kursfeuerwerk.

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          Berichte über abgemilderte Mietendeckel-Pläne in Berlin haben die Immobilienaktien beflügelt. Die Titel der Deutschen Wohnen, die besonders viele Wohnungen in der Hauptstadt hat, schnellten am Freitag zeitweise um mehr als elf Prozent auf über 33 Euro nach oben – das ist das größte Plus seit Juni.

          Der Aktienkurs von Konkurrent Vonovia gewann bis zu 5,2 Prozent, die Aktien von Grand City Properties, LEG Immobilien, TAG Immobilien und Aroundtown legten bis zu fünf Prozent zu. Die Mieten in der Hauptstadt sollen den Berichten von „Bild“ und „Tagesspiegel“ zufolge nicht mehr für fünf Jahre rigoros eingefroren werden. Stattdessen sollen nur moderate Erhöhungen etwa in Höhe der Inflation möglich sein.

          Anfang der Woche war ein Entwurf bekannt geworden, der Mieten von maximal knapp acht Euro vorgesehen hatte. Die Aktienkurse von Immobilienunternehmen sanken damals zunächst deutlich. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) distanzierte sich jedoch von dem Papier, das aus dem Haus der linken Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher kam. Sogar der Mieterverein hatte vorgeschlagen, moderate Mieterhöhungen in einem gewissen Rahmen zu erlauben, damit nötige Reparaturen bei steigenden Handwerkerkosten weiterhin bezahlt werden könnten.

          „Diese Pläne von Lompscher wären der Super-Gau gewesen“, sagte Andre Remke, Immobilienexperte bei Baader Helvea Equity Research. „So, wie es jetzt aussieht, wird es wohl nicht so schlimm werden.“ Es gebe keinen Weg zurück, irgendeine Regelung werde wohl eingeführt, sagte der Experte. Mit einer Begrenzung der Mietsteigerungen auf den Anstieg der allgemeinen Lebenshaltungskosten könnten die Vermieter aber gut leben.

          DT. WOHNEN

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          Auch die amerikanische Investmentbank JP Morgan bezeichnete den neuen Entwurf, der am Freitagmittag bei einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt werden soll, als „deutlich besser“ als die Anfang der Woche durchgesickerten Pläne der Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) befürchten ließen. Nachdem die Mieten in der Hauptstadt in den vergangenen Jahren besonders stark gestiegen waren, wollte die rot-rot-grüne Koalition mit der angestrebten Deckelung mehr Mieterschutz und eine Entspannung im Wohnungsmarkt erreichen.

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