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Wohnungsaktien steigen : Viele Mieter müssen nun nachzahlen

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Aktionäre erleichtert: Der Aktienkurs von Deutsche Wohnen steigt nach dem Aus für den Berliner Mietendeckel Bild: dpa

Aktionäre von großen Wohnungsgesellschaften reagieren erleichtert auf die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, den Berliner Mietendeckel zu kippen. Der Großvermieter Deutsche Wohnen will nun Geld von Mietern nachfordern, während der Konkurrent Vonovia darauf verzichtet.

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          Weil das Bundesverfassungsgericht den Berliner Mietendeckel gekippt hat, sind die Aktienkurse von börsennotierten Wohnungsunternehmen am Donnerstagvormittag deutlich gestiegen. Das Papier des vorwiegend im Berliner Raum tätigen Unternehmens Deutsche Wohnen legte zeitweise um mehr als 5 Prozent zu, der Kurs des Konkurrenten Vonovia stieg mit rund 2 Prozent nicht ganz so stark.

          Vonovia verwaltet große Wohnungsbestände in der gesamten Bundesrepublik sowie im Ausland, was ein Grund dafür sein dürfte, dass das Bochumer Unternehmen von der Situation in der Hauptstadt nicht ganz so stark betroffen ist. Für den Konkurrenten Deutsche Wohnen sieht das anders aus. Das Unternehmen hat angekündigt, nach dem Gerichtsbeschluss nun Geld von seinen Mietern nachfordern zu wollen.

          Die Berliner Bauverwaltung hat als Reaktion auf den Gerichtsbeschluss eingeräumt, dass auf Mieter Nachzahlungen zukommen werden. Von der Behörde hieß es: „Für die Mieterinnen und Mieter bedeutet dies, dass sie wieder die mit ihren Vermieterinnen und Vermietern auf Grundlage des Bürgerlichen Gesetzbuches vereinbarten Mieten zu entrichten und gegebenenfalls auch die Differenz zwischen der Mietendeckelmiete und der Vertragsmiete nachzuzahlen haben.“ Berlins Bausenator Sebastian Scheel (Linke) kündigte an, sozialverträgliche Lösungen zugunsten der betroffenen Mieter entwickeln zu wollen.

          Unternehmen verspricht: Keiner wird die Wohnung verlieren

          Deutsche Wohnen will die Nachzahlungen jedoch rücksichtsvoll gestalten und verspricht: „Keine Mieterin und kein Mieter der Deutsche Wohnen wird durch die Entscheidung die Wohnung verlieren, wir werden mit dem größten sozialen Verantwortungsbewusstsein vorgehen.“

          Für die Begleichung des Restbetrags vergangener Mieten bietet Deutsche Wohnen den Mietern unterschiedliche Alternativen an. Neben Einmalzahlungen sind laut einer Mitteilung des Unternehmens auch Ratenzahlungen oder Stundungen der offenen Beträge möglich. Zur Vermeidung sozialer Härtefälle sollen individuelle Lösungen mit den Mietern gefunden werden.

          DT. WOHNEN

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          Der Großvermieter Vonovia dagegen hat als Reaktion auf den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts angekündigt, auf Mietnachzahlungen zu verzichten, die durch die Entscheidung der Verfassungsrichter entstehen könnten. Es soll sich im Fall von Vonovia um eine Summe von immerhin rund 10 Millionen Euro handeln.

          Eine Vielzahl der Mieter sei dem Rat der Politik nicht gefolgt, die gesparte Miete zur Seite zu legen. Vonovia wolle die Mieter auch nicht in eine Situation bringen, ihre kompletten Einkommensverhältnisse offenlegen zu müssen. Die von Vonovia in Deutschland vermieteten Wohnungen haben eine Million Bewohner.

          VONOVIA

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          Der offenbar überschaubare Umfang der finanziellen Auswirkungen im Fall von Vonovia hat damit zu tun, dass der Berliner Mietendeckel nur eine begrenzte Zeit in Kraft war und dass das Unternehmen in Berlin nur einen kleinen Teil seines gesamten Immobilienportfolios verwaltet.

          Die Auswirkungen des Mietendeckels für die gesamte Immobilienbranche wären jedoch erheblich gewesen, wenn er über einen langen Zeitraum gegolten hätte und von anderen Bundesländern kopiert worden wäre. Vertreter der deutschen Immobilienwirtschaft begrüßten die Gerichtsentscheidung, weil sie für Rechtssicherheit sorge.

          Auch die Erleichterung der Aktionäre von Immobilienunternehmen ist daher groß. Als der Berliner Mietendeckel immer konkreter wurde und im Februar 2020 schließlich in Kraft trat, hatten Wohnungs-Aktien starke Verluste verbucht.

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