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Wechseln kann sich lohnen : Das richtige Girokonto

Immer im Dispo oder viel auf der hohen Kante: Für jeden Typ gibt es das passende Girokonto. Bild: dpa

Ein Girokonto hat fast jeder. Nur selten werden jedoch die Konditionen verglichen. Dabei sind die Unterschiede erheblich. Viele Kunden sind zu träge und verlieren viel Geld.

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          Das erhebende Gefühl, mit einer vollen Lohntüte nach Hause zu gehen, gehört nicht mehr zur Lebenswirklichkeit in Deutschland. Lediglich die Änderung einer Zahl auf dem Kontoauszug zeigt nun die Wertschätzung für geleistete Arbeit.

          Daniel Mohr

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Der Zahlungsverkehr wird immer bargeldloser. Nach Angaben der Bundesbank tätigt ein erwachsener Deutscher im Durchschnitt 92 Überweisungen im Jahr, bekommt 123 Mal eine Lastschrift abgebucht und zahlt 31 Mal per Karte. 67 Billionen Euro werden so im Jahr bewegt, ohne dass ein Schein das Portemonnaie wechselt.

          Möglich ist das nur, weil fast jeder Deutsche ein Girokonto hat. Gehälter und Renten, Mieten, Versicherungen und etliche Rechnungen werden darüber ohne den Austausch von Bargeld abgewickelt. Zur Teilnahme am wirtschaftlichen Leben ist die Führung eines Girokontos unerlässlich. Schon 1995 haben sich die Banken deshalb dazu verpflichtet, jedem unabhängig von seiner finanziellen Lage auf Antrag ein Girokonto zu eröffnen, wenn auch nicht allen Kunden die Möglichkeit zur Kontoüberziehung gegeben wird.

          „Girokonten sind eine sehr gute Verdienstquelle - für Banken“

          Die Kosten für ein Girokonto sind jedoch höchst unterschiedlich, deshalb lohnt sich ein Vergleich. „Die Banken wissen, dass viele Kunden den Aufwand eines Girokontowechsels scheuen, deswegen sind die Girokonten eine sehr gute Verdienstquelle für Banken“, sagt Sigrid Herbst von der FMH-Finanzberatung, die regelmäßig Girokontenvergleiche durchführt. „Gerade die Sparkassen, Volksbanken und die großen Privatbanken nutzen die enge Kundenbindung hierbei aus.“

          Auch Jörg Schädtler, Vorstand der Schutzgemeinschaft für Bankkunden, wünscht sich mehr Girokontowechsler: „Dann würden sich mit Sicherheit die Konditionen generell verbessern.“ Bislang würden die Banken bei ihren Konditionen systematisch gegen Recht und Gesetz verstoßen. „Wo kein Kläger, da kein Richter, ist das Motto“, sagt Schädtler: „In den meisten Fällen, in denen Kunden horrende Gebühren monierten, haben die Banken diese zurückgenommen, aber nur für den beschwerdeführenden Kunden, der Rest durfte weiter bezahlen.“

          Die Banken sind gerade in Girokontostreitfragen gerne kulant, verlieren wollen sie ihre Girokontoinhaber nämlich nicht. Das Girokonto gilt als Türöffner für alle weiteren Geschäfte mit dem Kunden. Durch das Girokonto ist der Kunde ständig in Kontakt mit seiner Bank und kann daher gut für zahlreiche andere Finanzprodukte angesprochen werden.

          Direktbanken sind meist billiger

          Diese Bedeutung des Girokontos haben auch immer mehr Direktbanken erkannt. Diese Institute, bei denen Konten nur im Internet geführt werden können, werben verstärkt um Neukunden. Die ING-Diba als führende Direktbank bearbeitet den Markt seit Herbst 2007 intensiv.

          Welches Girokonto für wen am günstigsten ist, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Die wichtigste Grundsatzentscheidung ist, ob der Kunde bereit ist, seine Geschäfte ausschließlich per Internet und Telefon zu erledigen. Dann empfehlen sich für ihn die Angebote der Direktbanken. Sie sind in der Regel deutlich günstiger als die Konditionen der Filialbanken. So verlangt die ING-Diba bedingungslos keinerlei Gebühren und stellt kostenlos eine EC-Karte und eine Visa-Karte zur Verfügung. Mit der Visa-Karte kann an allen Geldautomaten mit Visa-Zeichen - und das sind fast alle in Deutschland und mehr als 400.000 in Euroländern - kostenlos Geld abgehoben werden.

          Der Dispozins liegt mit 9 Prozent deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von gut 11 Prozent. Wer einen Neukunden anwirbt, erhält 20 Euro Prämie, der Neukunde bei einem regelmäßigen Geldeingang auf dem Konto von mehr als 1000 Euro im Monat zudem eine Prämie von 50 Euro. „Bei der ING-Diba können die Kunden sicher sein, dass dies kein bloßes Lockangebot ist“, sagt Herbst: „Die Konditionen gehören seit Jahren konstant zu den besten im deutschen Markt.“

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