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Rücklagen : Was tun, wenn das Sparbuch nicht mehr da ist?

Die Bank kann dann das Sparbuch sperren und ein neues ausstellen. Doch das kostet meist ordentlich. Bild: dpa

Mehr als die Hälfte der Deutschen hat ein Sparbuch daheim. Aber was passiert, wenn das nicht mehr aufzufinden ist? Die Verbraucherzentrale NRW hat bei zwölf Banken nachgehakt.

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          Totgesagte leben länger: Für kaum ein Produkt der Geldanlage gilt das so sehr wie für das Sparbuch. Den Banken schien dieses Heftchen aus Papier, in dem Ein- und Auszahlungen von Bankmitarbeitern noch physisch eingetragen werden müssen, schon lange antiquiert gegenüber allen elektronischen Formen des Sparens. Unvergessen auch die große Kampagne der Dresdner Bank kurz vor ihrem eigenen Verschwinden, mit der Kunden zum Umtausch des Sparbuchs gegen Investmentfonds bewegt werden sollten; leider nicht allzu lange Zeit bevor die Finanzkrise für schmerzliche Kursverluste vieler Fonds sorgte.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Heute haben Umfragen zufolge immerhin noch etwa 58 Prozent der Deutschen mindestens ein Sparbuch daheim – nicht selten wurde es schon vor vielen Jahren anlegt, und es würde mal dringend Zeit, die Zinsen (aus den Phasen, in denen es so was noch gab) nachtragen zu lassen. Was aber ist eigentlich, so hat sich jetzt die Verbraucherzentrale NRW mal gefragt, wenn jemand zwar glücklicherweise Geld auf dem Sparbuch hat, aber unglücklicherweise nicht mehr weiß, wo das Sparbuch ist? Sparbücher sind nämlich nicht nur deshalb eine Sparform von ganz eigener Natur, weil man das Ersparte auf den Buchseiten gleichsam physisch in den Händen halten kann. Sie sind auch rechtlich als „hinkende Inhaberpapiere“ eine gewisse spartechnische Besonderheit.

          Verlust umgehend melden

          Wer sein Sparbuch verliert, muss für Sperre und Ersatz oft kräftig zahlen, hat die Verbraucherzentrale in einem Test bei zwölf Banken und Sparkassen festgestellt. Die gute Nachricht ist: Das Geld sei nicht verloren, denn die Bank könne Ein- und Auszahlungen in aller Regel selbst bei handschriftlich geführten Sparbüchern nachvollziehen. Dennoch sei eine gewisse Eile geboten. Bei „hinkenden Inhaberpapieren“ dürfe die Bank zwar bei der Auszahlung verlangen, dass der Kunde zusätzlich zum Sparbuch auch seinen Ausweis vorlegt, sie müsse es aber nicht. Damit wäre es denkbar, dass ein unehrlicher Finder Geld abhebt.

          Wer auf Nummer sicher gehen will, muss daher dem Geldinstitut den Verlust umgehend melden. Die Bank kann dann das Sparbuch sperren und ein neues ausstellen. Doch das kostet zumeist, und zwar bisweilen recht ordentlich. In der Stichprobe waren nur bei der Sparkasse Duisburg Sperrung und Neuausstellung unentgeltlich, und auch dann nur bei einem Guthaben von weniger als 500 Euro. Bei mehr verlangten die Duisburger 40 Euro. Sparda West und Targobank beließen es für das neue Buch bei drei Euro.

          Wer eine Sparkarte orderte, musste bei der Targobank 15 Euro zahlen. Relativ günstig schnitt noch mit 5,50 Euro die Volksbank Ruhr-Mitte ab. In der Mitte des Preisfeldes lagen Deutsche Bank, Sparkasse Bochum, Commerzbank, Postbank und Hypo-Vereinsbank mit Sätzen zwischen 10 und 20 Euro. Gestaffelt ging die Sparkasse Wuppertal vor: Bei Verlust und weniger als 5000 Euro Guthaben waren Kunden mit 15 Euro dabei, bei Diebstahl oder höherem Guthaben mit 25 Euro. Am kräftigsten kassierte die VR-Bank Rhein-Sieg ab: Sie verlangte satte 50 Euro.

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