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Die Vermögensfrage : Unternehmerkindern drohen Steuernachforderungen

Der Verband „Die Familienunternehmer“ (hier bei einem Protest im Juni) setzt sich wenig überraschend dafür ein, dass die Lohnsummenregelung wegen Corona aufgeweicht wird. Bild: dpa

Jetzt könnte ein guter Zeitpunkt sein, um Kindern Betriebsvermögen zu übertragen. Wer dagegen „vor Corona“ sein Unternehmen an die Kinder verschenkte, ruft nun oft auch noch den Fiskus auf den Plan. Dann ist guter Rat teuer.

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          Uwe ist ein erfolgreicher Unternehmer, wie es sie in Deutschland viele gibt. Doch die Corona-Pandemie mit ihren Lockdowns und gesprengten Lieferketten hat Uwes Unternehmen, ein Automobilzulieferer im Schwäbischen, schwer getroffen: Auftragsrückgänge fing der Familienunternehmen im Jahr 2020 zunächst auf, indem er seine Mitarbeiter in Kurzarbeit schickte. Später musste er einigen Mitarbeitern auch betriebsbedingt kündigen. Außerdem wurde auch geprüft, Teile des Unternehmens zu verkaufen. Schließlich mussten Ausgaben gedrosselt und Einnahmen erhöht werden, damit schlicht nicht die Liquidität versiegt. Zum Glück scheint sich seit ein paar Wochen das Blatt zu wenden: Es kommen wieder viele Aufträge ins Haus. Der Autozulieferer müsste eigentlich seine Vorräte auffüllen. Doch ausgerechnet jetzt drohen Uwes Unternehmerfamilie zu allem Überfluss hohe Schenkungssteuernachforderungen.

          Hanno Mußler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Keine Frage: Die Corona-Pandemie hat Unternehmen wenn nicht zerstört, so doch in vielen Branchen ihren Wert empfindlich gedrückt. Es könnte daher jetzt für Unternehmensinhaber ein guter Zeitpunkt sein, Betriebsvermögen an die nächste Generation zu übertragen; nicht nur wegen der gesunkenen Unternehmenswerte, sondern auch weil es leichter sein könnte, in den nächsten Jahren die Bedingungen für das nahezu oder gänzlich steuerfreie Schenken und Vererben von Betriebsvermögen einzuhalten.

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