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Langfristige Anlagen : Warum man mit Ratschlägen von Börsenguru Kostolany schlecht beraten ist

  • -Aktualisiert am

Börsenguru André Kostolany würde sich heutzutage vermutlich nicht mehr auf Kaufen und Warten verlassen. Bild: Imago

Aktien kaufen, Schlaftabletten nehmen, reich werden: Dazu riet André Kostolany. Wer ihm folgt, erwacht aber womöglich mit einem seltsamen Depot. Ein Gastbeitrag.

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          Fast jeder Anleger kennt den Rat des 1999 verstorbenen Börsengurus André Kostolany: „Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten, und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich.“ Ein klares Plädoyer für eine passive Buy-and-hold-Strategie, wenn es um Aktienanlagen geht. Zukunftsträchtige Aktien ins Depot und Schlaftabletten einwerfen, um sich durch Börsenturbulenzen nicht aus der Ruhe bringen zu lassen: Langfristig, so suggeriert der Spruch, kann da nichts schiefgehen. Ist dem wirklich so?

          Zwei Fragen kommen einem sofort in den Sinn: Welche Aktien? Und über wie viele Jahre sollen die Schlaftabletten genommen werden? Stellen wir uns einen Kostolany-Jünger vor, der vor 20 Jahren der Empfehlung gefolgt wäre. Welche Aktien hätte er sich in sein Depot gelegt? Wie heute zählten bereits damals IT, Kommunikation und Biotech zu den Zukunftsbranchen. Unternehmen aus diesen Bereichen waren im Neuen Markt versammelt, ein Segment, das die Deutsche Börse 1997 als Pendant zur amerikanischen Technologiebörse Nasdaq eingeführt hatte. Nicht wenige dieser Unternehmen hätten damals wahrscheinlich ihren Weg in das zukunftsträchtig ausgerichtete Portfolio eines ambitionierten Langschläfers gefunden.

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