https://www.faz.net/-hbv-9gk36

Informationen von Anbietern : Wer weiß vom Policenverkauf?

Geht es nach den deutschen Verbrauchern, sollten Finanzdienstleister ihren Kunden den Ausstieg aus ihrem Produkt so einfach wie möglich machen. Bild: dpa

Geht es nach den deutschen Verbrauchern, sollten Finanzdienstleister ihren Kunden den Ausstieg aus ihrem Produkt so einfach wie möglich machen. Die Realität ist eine andere.

          1 Min.

          In der privaten Krankenversicherung hat der Branchenverband seinen Mitgliedern Leitlinien an die Hand gegeben, wie sie Kunden über den (für den Versicherer eher ungünstigen) Tarifwechsel informieren sollen. In der Lebensversicherung wünschen sich 81 Prozent der Kunden, dass Anbieter die Verbraucher über die Möglichkeit informieren sollten, dass sie ihre Police (für den Versicherer eher ungünstig) statt zurückverkaufen an einen unabhängigen Aufkäufer veräußern können. Das ergab eine Umfrage des Policenaufkäufers Winninger unter 1047 Personen, die nicht bevölkerungsrepräsentativ war, weil nur Inhaber einer Kapitallebens- oder Rentenversicherungspolice befragt wurden.

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Immerhin die Hälfte von ihnen wusste um die Möglichkeiten, auf den Lebensversicherungs-Zweitmarkt zu gehen. Jeder Fünfte zeigte die Bereitschaft, eine Police online zu verkaufen. „Viele wünschen sich einen Hinweis der Versicherungsgesellschaften auf den Verkauf. Das war auch schon mal eine politische Forderung, die aber abgewendet wurde“, sagt Marcus Simon, Geschäftsführer von Winninger.

          In der Hauptzielgruppe zwischen 40 und 60 Jahren, die das Unternehmen für sich definiert hat, besaßen 56 Prozent der Policeninhaber einen Lebensversicherungsvertrag, immerhin 33 Prozent hatten zwei, 9 Prozent sogar drei oder mehr Policen – vor allem in Haushalten mit Kindern. Von den Befragten hatten 25 Prozent einen Vertrag bei der Allianz, auf den Plätzen zwei bis fünf folgten die Ergo, die R+V, die Debeka und die Generali. 46 Prozent der Kunden, die von der Verkaufsmöglichkeit wussten, hatten davon im Internet erfahren, 31 Prozent im Fernsehen, 30 Prozent aus Zeitungen und Zeitschriften und 19 Prozent vom Versicherungsberater.

          Doch allzu attraktiv erscheint die Möglichkeit eines Verkaufs bislang vielen noch nicht: 31 Prozent der Befragten hatten schon darüber nachgedacht, ihre Police stillzulegen, 24 Prozent hatten eine Kündigung erwogen und nur 12 Prozent einen Verkauf in Betracht gezogen. In der Vergangenheit hatte rund ein Viertel schon einmal eine Lebensversicherung gekündigt.

          Als wichtigster Grund für einen Vertragsabbruch wurde genannt, dass man sich die Zahlung nicht mehr leisten kann (35 Prozent). Ebenfalls um die 30 Prozent der Befragten nannten sinkende Renditen, bessere alternative Geldanlagen, eine Schuldentilgung oder Arbeitslosigkeit. Winninger hat seit der Gründung 2016 Verträge im Volumen von 145 Millionen Euro aufgekauft, um sie auf eigene Rechnung weiterzuführen.

          Weitere Themen

          Alles Corona oder was?

          Chancen am Aktienmarkt 2021 : Alles Corona oder was?

          Für Reise- und Luftfahrt-Titel brauchen Anleger gute Nerven, die Pharmabranche ist einen Blick wert. Was sind die Chancen für das Jahr 2021? Wir geben den Überblick in einer neuen Serie zur Geldanlage.

          Topmeldungen

          Das Coronavirus brachte die Aktienmärkte durcheinander. Wie geht es im nächsten Jahr weiter?

          Chancen am Aktienmarkt 2021 : Alles Corona oder was?

          Für Reise- und Luftfahrt-Titel brauchen Anleger gute Nerven, die Pharmabranche ist einen Blick wert. Was sind die Chancen für das Jahr 2021? Wir geben den Überblick in einer neuen Serie zur Geldanlage.

          Am Tag des Corona-Gipfels : RKI meldet Rekordzahl an Todesfällen

          Zum ersten Mal starben an einem Tag mehr als 400 mit dem Coronavirus infizierte Menschen in Deutschland. Auch die Zahl der Neuinfektionen ist weiterhin ein Anlass zur Sorge. Heute wollen Bund und Länder sich auf neue Maßnahmen einigen.
          Mit dem Zeltlager am Platz der Republik in Paris wollte ein Flüchtlingshilfeverein am Montag auf die ungelöste Unterbringungsfrage für Asylbewerber und illegal eingereiste Migranten aufmerksam machen.

          Abgelehnte Asylbewerber : Letzte Hoffnung Frankreich

          Viele in Deutschland und anderen EU-Staaten abgelehnte Asylbewerber fliehen nach Frankreich. Hier werden die Anträge weniger streng geprüft. Die französische Migrationsbehörde sieht sich als Opfer der europäischen Asylpolitik.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.