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Altersvorsorge : Versicherer verweigern Transparenz

Seit Anfang des Jahres sollen Basisinformationsblätter dem Verbraucher bei Altersvorsorgeprodukten einen Überblick über Kosten und Risiken geben. Bild: Picture-Alliance

Seit 1. Januar 2018 sollen Basisinformationsblätter Verbrauchern bei Altersvorsorgeprodukten einen echten Überblick über Kosten und Risiken geben. Eine Untersuchung zeigt nun auf, wie es um die erwünschte Transparenz steht.

          Wer für das Alter vorsorgen möchte, hatte in der Vergangenheit immer einen Nachteil: Die Produkte waren zum Teil schwer vergleichbar – auch weil die Anbieter nicht dazu gezwungen waren, bestimmte Informationen in standardisierter Form zu liefern. Deshalb zwang der Gesetzgeber die Versicherungswirtschaft dazu, Basisinformationsblätter auszugeben, mit denen Verbraucher einen echten Überblick über Kosten und Risiken der in Frage kommenden Vorsorgeprodukte bekommen sollten. Seit 1. Januar 2018 soll dieser europäisch einheitliche Standard den Verbrauchern ihre Entscheidung erleichtern.

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Doch nun kommen Verbraucherschützer mit einer Untersuchung zu dem Ergebnis, dass sich die Branche nicht an den Standard hält und somit von der erwünschten Transparenz nicht viel zu sehen ist. 26 Basisinformationsblätter verschiedener Anbieter zu fondsgebundenen Rentenversicherungen hat der Marktwächter Finanzen, der bei der Verbraucherzentrale Hamburg angesiedelt ist, miteinander verglichen. Sein Ergebnis:

          Die Angaben seien ungenau und die Informationsblätter nicht vergleichbar. Sie sollen über Kosten und Risiken informieren und sind vom Versicherer vor dem Vertragsschluss an den Verbraucher auszuhändigen. „Um Produkte miteinander vergleichen zu können, müssen die Basisinformationsblätter innerhalb einer Produktkategorie einheitlich gestaltet sein. Das ist bei den von uns untersuchten Blättern leider nicht der Fall“, bemängelt Sandra Klug, Teamleiterin Marktwächter Finanzen bei der Verbraucherzentrale Hamburg.

          Zahlen und Leistungsdaten der Policen seien ungenau. Würden Kostenspannen angegeben, biete das den Verbrauchern nicht genug Klarheit. Zudem fehle ein einheitlicher Sprachgebrauch. „Nur anhand von konkreten Zahlen lassen sich Produkte adäquat vergleichen“, sagte Klug. In keinem der Informationsblätter orientierten sich die angegebenen Zahlen und Werte an den Angaben des Musterkunden.

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