https://www.faz.net/-hbv-825ay

„Finanztest“ : Gute Tagegeldversicherung schließt Engpass bei Pflege

  • Aktualisiert am

Die finanzielle Lücke im Pflegefall kann je nach Pflegestufe im Schnitt 540 Euro oder sogar mehr als 2000 Euro pro Monat betragen. Bild: ZB

Die Pflege im Alter lässt sich meist nicht allein aus der gesetzlichen Pflegeversicherung finanzieren. Ein Pflegetagegeld kann die Lücke schließen. Stiftung Warentest hat 88 Tarife getestet und fünf Angebote für „sehr gut“ befunden.

          1 Min.

          Ob Pflege zu Hause, im Heim oder in einer Wohngemeinschaft: Die gesetzliche Pflegeversicherung reicht nicht, um die Kosten komplett abzudecken. Wie die Stiftung Warentest am Dienstag in Berlin mitteilte, kann die finanzielle Lücke im Pflegefall je nach Pflegestufe im Schnitt 540 Euro oder sogar mehr als 2000 Euro pro Monat betragen. Gute Pflegetagegeldversicherungen können die Lücke zwischen den Pflegekosten und den Zuschüssen der Pflegeversicherung laut der Zeitschrift „Finanztest“ (Mai-Ausgabe) schließen. Im Test fanden die Verbraucherexperten für ihre Modellkunden im Alter von 45 und 55 Jahren insgesamt fünf „sehr gute“ und immerhin 78 „gute“ Angebote.

          Pflegetagegeldtarife gibt es als komplett ungeförderte Variante und als Kombitarif. Dieser enthält einen ungeförderten und einen staatlich geförderten Tarifanteil. Insgesamt schneiden die Kombitarife den Angaben zufolge etwas besser ab. Durch die staatliche Zulage von 5 Euro im Monat, mit der der Betrag des Versicherten aufgestockt wird, sind die Leistungen dieser Verträge etwas höher.

          Aber auch bei den ungeförderten Tarifen gibt es zahlreiche Angebote, die die von „Finanztest“ berechnete Versorgungslücke schließen. Der 45-jährige Modellkunde zahlt dafür monatlich 56 Euro und der 55-jährige Neukunde 87 Euro beim ungeförderten und beim Kombitarif.

          Ältere und Kranke bekommen nur noch den Pflege-Bahr

          Den sogenannten Pflege-Bahr hält die Stiftung Warentest hingegen für nicht ausreichend. Die Leistungen reichten nicht aus, um den Bedarf bei Pflegebedürftigkeit über alle Pflegestufen hinweg zu decken. Laut „Finanztest“ bekommen allerdings ältere oder bereits kranke Menschen häufig nur noch diese staatlich geförderte Tagegeldvariante, weil es keine Gesundheitsprüfung gibt. Nur wer bereits pflegebedürftig ist, bekommt keinen Vertrag mehr.

          Die vom früheren Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) im Jahr 2013 eingeführte staatlich geförderte Zusatzpolice sollte mehr Anreize für die private Pflegevorsorge schaffen. Wer die Zusatzversicherung abschließt, bekommt unter bestimmten Voraussetzungen monatlich 5 Euro Zuschuss vom Staat für eine Pflege-Tagegeldversicherung.

          Wenn das Geld für die Pflege nicht ausreicht, springt das Sozialamt ein. Wenn möglich, holt es sich das Geld von den Kindern des Betroffenen zurück, wobei es hier Einschränkungen gibt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Sinnbild für einen narzisstischen Chef: Michael Douglas als Gordon Gekkoim Film „Wall Street“

          Narzissmus im Job : Wenn der Chef nur sich selbst liebt

          Der Vorgesetzte ist dominant, leicht kränkbar oder cholerisch? Schnell liegt der Verdacht einer Persönlichkeitsstörung in der Luft. Doch schwierige Chefs sind nicht immer gleich Narzissten.
          Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB)

          Anleihekäufe : Die EZB bleibt im Krisenmodus

          Die jüngsten Beschlüsse zu den Anleihekäufen der Europäischen Zentralbank sind rechtlich bedenklich und strategisch äußerst ungeschickt, schreiben die Gastautoren Laus Adam und Hans Peter Grüner.
          Im Parlamentarischen Rat vor Gründung der Bundesrepublik Deutschland war die Zentrumspartei 1948 noch vertreten.

          Comeback nach 64 Jahren : Die Zentrumspartei ist wieder da

          Ein früherer AfD-Abgeordneter beschert der Partei nach 64 Jahren die Rückkehr in den Bundestag. Die älteste deutsche Partei war das politische Sprachrohr der Katholiken im Kaiserreich und in der Weimarer Republik. Wofür steht sie heute?