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Allianz testet : Eine neue Art Lebensversicherung

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Bild: dpa

Niedrige Zinsen, schwindendes Vertrauen: Lebensversicherungen gelten als unattraktives Produkt. Jetzt probiert’s die Allianz mit einer neuen Art. Mit einer klassischen Versicherung hat das nicht mehr viel zu tun.

          Europas größter Versicherer Allianz will mit neuen Produkten gegen den schrumpfenden Markt für Lebensversicherungen ankämpfen. Eine für junge Kunden entwickelte Police soll eine ähnliche Flexibilität bieten wie ein Sparbuch – ohne fixe Ein- und Auszahlungstermine.

          Es ist ein großes Problem der Lebensversicherungen in Deutschland: Es geht ihnen nicht gut. Traditionell sind Lebensversicherungen zwar eine sehr beliebte Form der Altersvorsorge. Ende 2017 gab es 84,1 Millionen Verträge in Deutschland – mehr als Einwohner. Zwölf Millionen dieser Policen stehen bei der Allianz in den Büchern.

          Doch das Geschäft ist schwierig, Bestand und Neugeschäft schrumpfen langsam, aber spürbar. 2013 waren es laut Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft noch 89,6 Millionen Policen, damals also noch fünf Millionen mehr als jetzt. Nicht mal alle bestehenden Verträge sind aktiv: Viele Kunden lassen zwar ihre Versicherung weiterlaufen, zahlen aber keine Beiträge mehr ein. Das ist finanziell oft günstiger, als den Vertrag ganz zu kündigen.

          Lebensversicherung ist weniger attraktiv

          Das hat Gründe, die Lebensversicherung hat an Attraktivität verloren. Steuervorteile sind weggefallen. Niedrige Zinsen machen die Produkte weniger rentabel – und können sogar Leute mit Altverträgen Geld kosten. Besorgniserregend aus Sicht der Branche ist vor allem die sinkende Zahl der Neuabschlüsse. Die ist seit 2014 um gut zehn Prozent zurückgegangen, von damals 5,5 auf 4,9 Millionen neue Verträge im vergangenen Jahr. All das hat dazu geführt, dass mancher Lebensversicherer aus dem Geschäft aussteigt. Die Allianz selbst hat im vergangenen Jahr von der klassischen Lebensversicherung abgeraten.

          „Wir haben intensive Kundenbefragungen durchgeführt und festgestellt, dass es eine Zielgruppe gibt, die wir nicht systematisch erreichen: Jüngere Menschen, die großen Wert auf Flexibilität legen und ein voll digitales Angebot wollen“, sagte Volker Priebe, Vorstand der Allianz Leben.

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