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Lebensversicherungen : Versicherer wollen niedrigeren Garantiezins erst Anfang 2016

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Die niedrigen Zinsen machen es den Lebensversicherern schwer. Bild: dpa

Der Garantiezins soll von 1,75 Prozent auf 1,25 Prozent sinken, und das schon von Beginn 2014 an, wenn es nach dem Bundesfinanzministerium geht. Das ist zu früh, warnen jetzt die Versicherer.

          Die deutschen Versicherer plädieren dafür, den Garantiezins bei Lebensversicherungen erst Anfang 2016 zu senken. „Wir brauchen Zeit für eine technische Umstellung“, sagte der Präsident des Branchenverbands GDV, Alexander Erdland, am Freitag in Berlin. Der Garantiezins spiegelt die Rendite wider, die Lebensversicherungskunden über die gesamte, oft jahrzehntelange Laufzeit ihrer Policen sicher erwarten können. Das Bundesfinanzministerium will ihn schon zum 1. Januar 2015 auf 1,25 von 1,75 Prozent senken, wie das auch führende Versicherungsmathematiker empfohlen haben.

          Denn den Versicherern fällt es wegen der niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt immer schwerer, ausreichende Gewinne zu erwirtschaften, um ihre Zusagen an die Kunden zu erfüllen. Man habe Verständnis dafür, dass der Garantiezins sinken solle, wenn die Marktzinsen weiter niedrig seien, sagte Erdland. Die Branche brauche aber Vorlauf, um ihre Computersysteme (IT) anzupassen. Die Versicherer müssten bereits die Umstellung der IT für die Einführung der neue Kapitalregeln (“Solvency II) zum 1. Januar 2016 schultern.

          Das Bundesfinanzministerium setzt den offiziell als Höchstrechnungszins bezeichneten Garantiezins jährlich in Abstimmung mit der Finanzaufsicht Bafin fest. Anfang der Woche hatte Finanzstaatssekretär Michael Meister ein Bündel von Maßnahmen angekündigt, mit dem die Kunden der Lebensversicherer vor den Folgen der niedrigen Zinsen geschützt werden sollen. Dazu gehört auch die Senkung des Garantiezinses.

          Die Versicherer wehren sich allerdings gegen weite Teile der Regierungspläne. Man dürfe das Paket nicht weiter aufblähen, mahnte Erdland. Damit würde der Versicherungsstandort beschädigt. Am liebsten hätte es die Branche, wenn die Regierung nur die von den Versicherern geforderte Änderung zu den stillen Reserven (“Bewertungsreserven“) auf festverzinsliche Wertpapiere umsetzen würde.

          Diese sollen die Versicherer künftig nicht mehr zur Hälfte mit den Kunden teilen müssen. Der GDV lehnt eine höhere Beteiligung der Kunden am sogenannten Risikogewinn ebenso ab wie eine Dividendensperre für die Aktionäre zugunsten der Ausschüttungen an die Versicherten.

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