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Geplante Gesetzesänderung : Lebensversicherungen: Worauf Verbraucher achten müssen

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Bild: dpa

Die Bundesregierung will Lebensversicherer mit einem neuen Gesetzespaket entlasten. Für die Versicherten hat das nicht nur Vorteile. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu den geplanten Regeln.

          Mehr Lebensversicherungen als Einwohner gibt es in Deutschland. Doch die niedrigen Zinsen an den  Finanzmärkten erschweren den Versicherern das Geschäft. Seit Jahren sinkt der Garantiezins - und Verbraucher könnten demnächst auch an anderer Stelle schlechter gestellt werden: Eventuell werden  Versicherte nicht mehr an Teilen der Bewertungsreserve beteiligt.

          Wie funktioniert eine Lebensversicherung?

          Es gibt verschiedene Arten von Lebensversicherungen. Eine Risikolebensversicherung dient der finanziellen Absicherung von Hinterbliebenen bei Todesfällen. Die Kapitallebensversicherung soll  dagegen zugleich auch Altersvorsorge sein. Es gibt eine Anspar- und eine Auszahlungsphase. Wird letztere erreicht, schüttet der Versicherer die vorher vom Kunden regelmäßig eingezahlten Beiträge  aus. Für viele Kapitallebensversicherungen werden nach Ende der Ansparphase eine bestimmte Summe und bestimmte regelmäßige Zahlungen garantiert.

          Was ist die Bewertungsreserve?

          Kauft eine Versicherung von den Kundenprämien eine Aktie für 100 Euro, bleibt ihr Buchwert in der Bilanz auch fünf Jahre später bei 100 Euro, auch wenn der Kurs auf 120 Euro gestiegen ist. Die 20  Euro Differenz zwischen Marktwert und Kaufwert ist die sogenannte Bewertungsreserve oder stille Reserve. Seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2008 müssen Versicherungen die Hälfte der Bewertungsreserve an ihre Kunden auszahlen, deren Verträge auslaufen.

          Was wird sich an der Ausschüttungspraxis ändern?

          Die Details dazu sind noch unklar. Die Versicherer beklagen vor allem, dass auch festverzinste Wertpapiere mit in die Berechnung der Bewertungsreserve einfließen, weshalb sie zur Zeit besonders  viel Geld ausschütten müssen. Durch die zur Zeit niedrigen Zinsen sind beispielsweise die Werte für ältere Staatsanleihen stark gestiegen, da diese höher verzinst sind als jetzt ausgegebene  Staatsanleihen.

          Was ist der Garantiezins?

          Viele Verbraucher haben sich auch deshalb für Kapitallebensversicherungen entschieden, weil die Anbieter für das eingezahlte Kapital praktisch eine Art von Mindestverzinsung garantieren: den sogenannten Höchstrechnungszins, umgangssprachlich Garantiezins genannt. Dieser wird vom Bundesfinanzministerium festgelegt. Aktuell beläuft er sich auf 1,75 Prozent. Früher lag der Satz deutlich höher, in den 90er Jahren teils bei 4 Prozent. Seit 2000 geht es bergab. Der Grund: Versicherer müssen die Gelder ihrer Kunden in krisensicheren Anlageformen investieren. Die  Renditen dafür sind seit Jahren aber sehr niedrig.

          Was bedeutet das niedrige Zinsniveau konkret für Lebensversicherungen?

          Bei Lebensversicherungen mit Garantiezins bildet dieser nur einen Teil der Gesamtverzinsung, welche die Versicherer zahlen. Dazu kommen noch zusätzliche Renditen, wenn Versicherer das Geld der Versicherten besonders gut anlegen. Da die Zinsen für Anleihen krisenfester Staaten aber zurückgehen, schrumpfen generell sowohl Garantiezins als auch Überschussbeteiligungen. Zu beachten ist, dass Bestandskunden in der Regel von Senkungen des Garantiezinses nicht betroffen sind.

          Sind Lebensversicherungen für Verbraucher noch attraktiv?

          Versicherer sagen ja: Weil sie durch niedrigere Garantiezinsen weniger Geld zur Sicherung von Beitragsgarantien und für eine Mindestverzinsung zurücklegen müssen, könnten sie höhere Risiken  eingehen - und damit auch für die Versicherten höhere Gesamt-Renditen erwirtschaften. Verbraucherschützer dagegen stehen klassischen Lebensversicherungen inzwischen skeptisch gegenüber. Ihrer Meinung nach fließt zu viel Geld in Abschluss- und Verwaltungskosten sowie den Risikoanteil, sodass der Sparanteil auf der Strecke bleibt.

          Ist es sinnvoll, alte Verträge zu kündigen?

          In vielen Fällen nicht. Kunden sollten laut Verbraucherschützern auch bedenken, dass die Kündigung eines laufenden Vertrags immer mit Verlusten verbunden ist. Ob diese Verluste von einer jetzt  eventuell noch höheren Beteiligung an den Bewertungsreserven ausgeglichen werden, muss im Einzelfall berechnet werden.

          Zudem ist besonders bei Altverträgen, die schon vor 2005 abgeschlossen wurden, zu beachten, dass sie bei der Auszahlung im Alter noch steuerfrei sind, sofern der Vertrag mindestens zwölf Jahre bestanden hat.

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