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Heim- und Pflegekosten : Was Kinder für ihre alten Eltern zahlen müssen

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Das Pflegeheim kann teuer werden. Bild: dpa

Wenn die eigenen Eltern alt werden, dann sind deren erwachsene Kinder im Grundsatz für sie unterhaltspflichtig. Aber das gilt nicht immer. Die eigenen Kinder gehen vor.

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          Nur wenig im Leben ist vollständig vorhersehbar, schon gar nicht die Finanzen der Verwandtschaft. Schon der erste anspruchsvolle Partner lässt die leise Ahnung reifen, dass die Ausgabenlast nicht immer gleich verteilt ist. Spätestens mit den eigenen Kindern lernt auch der größte Optimist: In dieser Konstellation zahlt man ordentlich drauf. Beschwerden allerdings sind unangebracht, schließlich wird niemand gezwungen, sündhaft teuren Nachwuchs in die Welt zu setzen.

          Bei der Ausgabenplanung geraten dann allerdings oft die Finanzen der Eltern aus dem Blick, schließlich konnten sie jahrzehntelang für sich selbst sorgen. Doch nicht nur Kinder haben einen Anspruch darauf, durchgefüttert zu werden. Auch die eigenen Eltern können auf finanzielle Unterstützung hoffen. Dieser Rollenwechsel fällt nicht immer leicht: Wer jahrelang gewöhnt war, dass stets Mama und Papa die Rechnung begleichen, zieht nur zögernd seine eigene Kreditkarte.

          Muss er aber. Denn das sieht ganz nüchtern Paragraph 1601 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) vor. Danach sind Verwandte in „gerader Linie“ verpflichtet, einander Unterhalt zu gewähren. Diese „gerade Linie“ leuchtet nach unten jedem ein. Doch auch nach oben ist sie vollständig intakt. Davon profitieren nicht nur die Eltern, deren Ausgaben im Alter meist durch teure Aufenthalte im Pflegeheim aus dem Ruder laufen, sondern auch der Staat und damit die Steuerzahler, die sonst einspringen müssten, wenn der letzte Cent aufgebraucht ist.

          Die Verbindung ist in den Augen des Gesetzes so stark, dass sie selbst familiäre Zerwürfnisse und jahrzehntelange Kontaktsperren übersteht. Der Bundesgerichtshof sorgte in der vergangenen Woche mit einem Grundsatzurteil für Wirbel: Ein Beamter musste für die Heimkosten seines inzwischen verstorbenen Vaters insgesamt 9022,75 Euro an den Sozialhilfeträger zahlen. Dabei hatte er seit 1971 schon keinen Kontakt mehr zu seinem Vater, der ihn irgendwann sogar enterbte. Das rührte die Karlsruher Bundesrichter wenig: Immerhin habe sich der Vater bis zum 18. Lebensjahr irgendwie um den Jungen gekümmert, das reichte ihnen aus. Herausreden kann sich nach den Karlsruher Leitlinien nur der, dem die elterliche Liebe schon von Kindesbein an entzogen wurde: Einer Frau, die von ihrer Mutter bereits im Alter von einem Jahr verlassen wurde, mutete der Bundesgerichtshof nicht zu, nach Jahrzehnten auch noch für die Pflegekosten der Rabenmutter aufzukommen.

          Bedürfnisse der Kleinen wiegen schwerer als die der Alten

          Für Millionen anderer Kinder gilt: Wer nicht gerade Eltern mit einem stattlichen Vermögen hat, könnte vom Sozialhilfeträger zur Kasse gebeten werden - und dann geht die Rechnerei erst recht los. Denn Kinder müssen für Eltern nicht ihr letztes Hemd opfern - im Gegenteil: Die Rechtsprechung hat mit großzügigen Selbstbehalten dafür gesorgt, dass die Kinder nicht über Gebühr strapaziert werden.

          Grundsätzlich gilt für Singles ein Selbstbehalt von 1600 Euro im Monat. Dieser Teil vom Nettoeinkommen kann niemandem genommen werden, jedenfalls nicht für die eigenen Eltern. Für verheiratete Paare wird dieser Betrag nicht etwa verdoppelt, sondern liegt derzeit bei 2880 Euro, schließlich ergeben sich aus der gemeinsamen Haushaltsführung auch Einsparungen. Das ist allerdings die einzige konkrete Aussage, die getroffen werden kann, alles andere hängt vom Einzelfall an - und das wird kompliziert.

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