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Altersvorsorge : Lebensversicherer R+V streicht Garantien

R+V-Chef Norbert Rollinger konnte sich lange durch eine große finanzielle Stabilität mehr Sicherheit für die Kunden leisten. Bild: Helmut Fricke

Der genossenschaftliche Versicherer bildete sich lange Zeit etwas darauf ein, das Geschäft noch mit klassischen Policen zu betreiben. Doch der Markt verändert sich. Für neue Verträge gibt es nur noch reduzierte Garantien.

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          Ein weiteres Schwergewicht des deutschen Lebensversicherungsmarktes verabschiedet sich aus dem Geschäft der klassischen Policen mit jährlicher Zinsgarantie. Am Donnerstag gab die R+V, einer der beitragsstärksten Anbieter auf dem deutschen Markt, seinen Abschied von dem Produkt bekannt. In neuen Verträgen von Januar an würden höchstens 90 Prozent der Beiträge als Kapital zu Rentenbeginn garantiert.

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Auch die R+V passt ihre Produktpalette somit an den niedrigen Zins und die Nachfrage nach Produkten mit höherem Kapitalanlagerisiko an. „Mit der überarbeiteten Produktpalette entsprechen wir passgenau den Wünschen unserer Kunden“, ließ sich Claudia Andersch, Vorstandsvorsitzende der R+V Lebensversicherung, zitieren. Der Trend zu renditeorientierteren Produkten werde sich fortsetzen.

          Die R+V aus Wiesbaden gehört dem genossenschaftlichen Verbund mit den Volks- und Raiffeisenbanken an und hatte länger als Wettbewerber an Garantien festgehalten. Insbesondere das starke Geschäft mit der betrieblichen Altersversorgung, in dem Beitragsgarantien lange Zeit verpflichtend waren, war ausschlaggebend.

          Die Garantien waren bei Arbeitgebern und Kunden beliebt, weil sie eine Sicherheit bedeuten. Je niedriger die Zinsen aber sind, desto mehr Vermögen muss in niedrig verzinste Wertpapiere investiert werden und desto weniger bleibt zum Beispiel für Aktieninvestments. Die laufende Verzinsung senkte die R+V nun auf 1,75 Prozent. Bestehende Policen werden weiterhin mit Garantie und Überschussbeteiligung bedient.

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