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Gewusst wie : 10 Schritte zur finanziellen Selbständigkeit

  • Aktualisiert am

Wichtig ist, mit dem Sparen zu beginnen. Bild: picture alliance

Schon mit 60 Euro im Jahr kann Frau selbst fürs Alter sparen - und der Staat gibt oft was dazu. Wer trotz Kindern fast durchgängig arbeitet, einen Ehevertrag aushandelt und den Arbeitgeber anzapft, muss sich weniger Sorgen machen.

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          Ein Argument hören Beraterinnen oft, lassen es aber nicht gelten: Ich habe zu wenig Geld zum Sparen. Denn schon mit ein paar Euro im Monat kann jede Frau deutlich ihre Rente aufbessern, wenn sie damit rechtzeitig anfängt und ein paar Tipps befolgt.

          1. Arbeit, Arbeit, Arbeit

          Jedes Berufsjahr verbessert die gesetzliche Rente. Auch wenn ein paar Jahre Ausstieg verlockend erscheinen - sie schmälern die Rente empfindlich. Eine Durchschnittsverdienerin mit 34.100 Euro Jahresgehalt verliert 140 Euro Monatsrente, wenn sie ihren Beruf fünf Jahre an den Nagel hängt, arbeitslos wird oder früher in Rente geht. Steigt sie zehn Jahre aus, sind es sogar 280 Euro. Pausiert sie währenddessen allerdings fürs Kind, werden ihr dafür drei Rentenentgeltpunkte gutgeschrieben. Sie sammelt also Rentenansprüche, als ob sie drei Jahre zum Durchschnittslohn gearbeitet hätte. Geht sie trotz Kind während dieser Zeit arbeiten, so werden die dadurch erworbenen Rentenansprüche zu den drei Punkten dazuaddiert. Also: Es ist immer besser weiterzuarbeiten, wenigstens in Teilzeit. Zumindest sollten Frauen mit gelegentlichen Urlaubsvertretungen den Kontakt zur Firma halten, raten die Expertinnen.

          2. Absichern

          Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte jeder haben und eine Haftpflicht. Sie decken die größten finanziellen Risiken ab.

          3. Puffer schaffen

          Bevor man ans große Sparen denkt, sollte man sich einen Puffer für Notfälle zulegen: Ein Monatsnetto sollte immer auf dem Girokonto stehen. Drei Monatsgehälter auf einem Sparkonto für unvorhergesehene Fälle.

          4. Anfangen

          Dann geht es ans Langfristsparen. Einen kleinen Betrag kann fast jeder monatlich weglegen, schon 20 oder 50 Euro läppern sich über die Jahre, wenn man sie regelmäßig abzweigt. Sicherheitsbewusste packen sie aufs Sparkonto oder den Bausparvertrag. Schneller vermehrt sich das Geld vermutlich mit einem Sparplan auf einen weltweiten Aktien(index)fonds. Damit bleiben Frauen auch maximal flexibel, denn die Pläne lassen sich problemlos stoppen oder aufstocken, das kostet nichts. Das Wichtigste ist: Trotz dieser Wahlfreiheit diszipliniert weitersparen.

          5. Riestern

          Der Staat hilft bei der Altersvorsorge und gibt bei Riesterverträgen Geld dazu. Das lohnt sich vor allem, wenn auch die Prämien für Kinder in den Vertrag fließen. Schon bei 60 Euro Einzahlung im Jahr können Frauen in der Kinderpause die volle Zulage für sich (154 Euro) und bis zu 300 Euro pro Kind abgreifen. Zudem müssen Riesterverträge bei Arbeitslosigkeit nicht aufgelöst werden. Aber bitte als Fondssparplan abschließen! Versicherungsverträge sind starr und teuer.

          6. Arbeitgeber anzapfen

          Mit Plänen zur betrieblichen Altersvorsorge und vermögenswirksamen Leistungen fördern auch Arbeitgeber die Rente. Oft rufen Frauen solche Zulagen nicht ab, weil sie denken, dass sie nicht lang genug bei einer Firma bleiben werden. Doch oft kann man die Verträge mitnehmen zum neuen Arbeitgeber - oder für eine Weile ruhenlassen.

          7. Geld zusammenwerfen

          Wer mit einem Partner zusammenlebt, der sollte ruhig Verträge aushandeln, um die Gelddinge zu regeln. Gewöhnlich sind Frauen in Beziehungen zwar für die täglichen Bankgeschäfte zuständig, um die großen Fragen wie Hauskauf oder Altersvorsorge kümmern sich aber mehrheitlich die Männer. Und die kommen - oft ohne böse Absicht - gar nicht auf die Idee, dass ihre Partnerin Unterstützung beim Vorsorgesparen brauchen könnte. Verdient einer wenig, der andere viel, lässt sich vom Gesamteinkommen eine gleich hohe Summe für die Altersvorsorge beider Partner abzweigen, die beide dann in getrennte Verträge einzahlen. Bleibt sie für ihn und die Familie zu Hause, sollte der Alleinverdiener ihre Vorsorge in dieser Zeit finanzieren. Zum Beispiel aus dem Zusatzgeld vom Ehegattensplitting.

          8. Elternzeit teilen

          Statt 14 Monate Elterngeld zu kassieren - wobei meist die Frau 12 Monate daheim bleibt und der Mann zwei -, könnten Paare es auch 24 Monate beziehen. Dafür müssten beide aber halbe-halbe machen: Sowohl er als auch sie müssten jeweils 12 Monate im Beruf pausieren.

          9. Besser delegieren

          Viele Frauen mögen sich nur ungern mit dem Thema Finanzen beschäftigen. Statt aber alles dem Partner zu überlassen, sollten sie professionelle Berater anheuern, etwa eine der Finanzfachfrauen (www.finanzfachfrauen.de). Die sind auf Frauenprobleme bei der Geldanlage spezialisiert und spüren Versorgungslücken ganz schnell auf.

          10. Günstiger trennen

          Für den Trennungsfall sollten beide mit einem Vertrag vorsorgen: Wer finanziert anschließend wen? Wer darf im Haus wohnen bleiben? Manchmal ist es - gerade für ältere Paare - für beide günstiger, sich nur zu trennen, aber nicht scheiden zu lassen. Er spart hohe Unterhaltskosten, sie behält das Erbrecht, die Witwenrente und den Anspruch auf Auszahlungen aus Lebens- oder Rentenversicherung.

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