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Altersvorsorge im Blick : Rentencockpit könnte schon 2020 kommen

Hoffentlich sieht das „Rentencockpit“ am Ende nicht ähnlich kompliziert aus. Bild: Reuters

Ein staatliches Internet-Portal, auf dem die Bürger ihre Altersvorsorgeansprüche jederzeit einsehen können, rückt immer näher. 2020 schon könnte es losgehen.

          Viele Deutsche beklagen, dass sie keinen Überblick über ihre Rentenansprüche haben. In ihrem Koalitionsvertrag hat sich die Bundesregierung deshalb vorgenommen, eine einheitliche Darstellung zu schaffen, damit Bürger sich einen einfachen Überblick über all ihre Altersvorsorgeansprüche verschaffen und ihren individuellen Bedarf ermitteln können. Vergangene Woche hat nun die Arbeitsgruppe aus Wissenschaftlern und zehn Finanzdienstleistern den beteiligten Ministerien einen technischen Prototyp für eine säulenübergreifende Renteninformation unter Aufsicht des Bundes präsentiert.

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Dieses Instrument – auch „Rentencockpit“ genannt – inklusive eines Clickdummys, also einer Pseudo-Internetseite, ist nach Informationen der unabhängigen Deutschen Renten-Information einsatzfähig. Fördermittel der Europäischen Union erlauben, das Konzept innerhalb der kommenden vier Monate fertigzustellen und zu testen.

          Rückenwind bekommt das Vorhaben durch ein gemeinsames Gutachten der Universität Ulm und des Beratungsunternehmens Aon für das Bundessozial- und das Bundesfinanzministerium. Die Gutachter halten das Rentencockpit trotz der heterogenen Altersvorsorgelandschaft in Deutschland für machbar. Sie empfehlen, die Darstellung stufenweise einzuführen und raten überdies, zügig die gesetzlichen Voraussetzungen zu schaffen. Aus Datenschutzgründen sei es ratsam, Informationen nicht zentral zu speichern, sondern durch die Nutzer abrufen zu lassen. Seien diese Voraussetzungen geschaffen, könne ein Pilotprojekt in ein bis zwei Jahren starten.

          Die Deutsche Renten-Information, die das „Rentencockpit“ koordiniert, nennt als möglichen Startzeitpunkt das Jahr 2020. „Für die Vorsorge der Menschen hierzulande wäre es überaus wichtig, dieses alle Einkünfte umfassende Rentenkonto nun schrittweise umzusetzen“, sagt ihr Vorstandsvorsitzender, der Frankfurter Finanzprofessor Andreas Hackethal. „Das heute vorgestellte Gutachten ist ein erster Schritt zur Umsetzung dieser Vereinbarung. Die Deutsche Rentenversicherung Bund unterstützt dieses Vorhaben der Bundesregierung“, teilte Gundula Roßbach, Präsidentin der gesetzlichen Rentenversicherung mit.

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