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Altersvorsorge : Nachhilfe in Sachen Lebensversicherung

Welche Versicherung rechnet sich noch? Keine leichten Zeiten in der Altersvorsorge Bild: dpa

Eine Untersuchung zeigt: Die Produktwelt in der Altersvorsorge ist bunter geworden, aber auch komplex und kaum vergleichbar. Vor allem eines macht der Branche zu schaffen.

          3 Min.

          Eine Altersvorsorge mit einer Lebensversicherung wird zu einem immer schwerer kalkulierbaren Vorhaben. Die neuen Produkte, mit denen Versicherer versuchen, Garantieversprechen und höhere Renditechancen miteinander zu kombinieren, sind kaum noch in ihren Leistungen vergleichbar. Zudem mindern sie die Rendite aus der Geldanlage deutlich stärker als herkömmliche Lebensversicherungen mit einer jährlichen Zinsgarantie. Das ist eine der Erkenntnisse aus der Marktstudie zu Überschussbeteiligungen und Garantien, welche die Ratingagentur Assekurata am Dienstag in Köln vorgestellt hat.

          Philipp Krohn
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Auf den ersten Blick sehen die neuen Produkte attraktiv aus: Vor allem Indexpolicen, bei denen Kunden entscheiden können, ob sie das Geld, das nicht zur Erwirtschaftung der (meist abgespeckten) Garantie gebraucht wird, in einen Aktienindex oder einen sicheren Deckungsstock investieren, schneiden im Ertrag gut ab. Mit 2,92 Prozent jährlicher Rendite auf den Sparanteil fiel er für den Kunden durchschnittlich nur um 0,08 Prozentpunkte schlechter aus als im Vorjahr. Bei klassischen Rentenpolicen erlitten Verbraucher mit einem neuen Vertrag einen Rückgang der Verzinsung von 2,86 auf 2,61 Prozent.

          Doch unterm Strich sind die klassischen Policen, von denen sich die Branche abwendet, weil sie viel Eigenkapital binden, momentan nicht schlechter. Denn die hochkomplexen Indexpolicen sind aufwändiger zu verwalten. Die daraus resultierenden Kosten mindern die Rendite durchschnittlich um 1,18 Prozentpunkte. Bei klassischen Policen liegen diese Effektivkosten nur bei 0,79 Prozentpunkten. Der beste Anbieter kommt hier sogar auf einen für Kunden positiven Wert von 0,21 Prozentpunkten. Der günstigste Anbieter von Indexpolicen dagegen veranschlagt Effektivkosten von 0,93 Prozentpunkten.

          Das Problem klassischer Policen

          Doch auch diese Kennziffern erleichtern die Entscheidung für junge Leute, die sich für eine Form der Lebensversicherung entscheiden wollen, nur geringfügig. „Klassische Policen haben das Problem, dass man sich bei einem niedrigen Zinsniveau einloggt“, sagte Assekurata-Geschäftsführer Reiner Will. Mit anderen Worten: Um die Garantieverpflichtungen zu erfüllen, müssen Versicherer einen Großteil der Geldanlage in schlecht verzinste Wertpapiere mit festem Zins investieren. Das müssen die Anbieter von Indexpolicen nicht - dafür ist die Garantiestellung deutlich teurer.

          Die Produktwelt in der Lebensversicherung ist bunter geworden: 25 Anbieter, die an der freiwilligen Studie teilgenommen haben, bieten Verträge an, die Assekurata in die Kategorie Neue Klassik einsortiert. Das waren fünf mehr als im Vorjahr. Sie unterscheiden sich von der Klassik dadurch, dass sie keine jährliche Zinsgarantie bieten und oft nur den Beitragserhalt garantieren. Diese Produkte hatten mit 2,44 Prozent sogar eine niedrigere laufende Verzinsung als klassische Rentenversicherungen. Nur wenn man die heutige Entwicklung fortschreibt, erzielen sie eine etwas höhere illustrierte Beitragsrendite.

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