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Die Zukunft der Rente : Die Altersvorsorge hält nicht, was sie verspricht

Sicheres Auskommen im Alter? Bild: Unkel

Wie kann man die Renten künftiger Generationen sichern und Anreize für betriebliche und private Vorsorge schaffen? Darüber diskutierten in Berlin zwei Finanzdienstleister, ein Verbraucherschützer und eine Bundestagsabgeordnete.

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          Ein gutes Jahrzehnt nach der großen rot-grünen Rentenreform und der Einführung der Riester-Rente haben sich die Kapitalmärkte anders entwickelt als erwartet. Die seit damals propagierten Produkte haben nicht gehalten, was sie versprochen haben. Deshalb muss der Gesetzgeber sein Drei-Säulen-Modell für eine stabile Altersvorsorge derzeit an vielen Stellen nachjustieren. Die erste Säule (gesetzliche Rente) gerät durch den demographischen Wandel unter Druck, die zweite Säule (betriebliche Altersvorsorge) ist in kleinen Betrieben kaum verbreitet, die dritte Säule (geförderte private Vorsorge) leidet unter dem Niedrigzins. Auch weil die Riester-Rente kompliziert ausgestaltet ist, stagniert die Verbreitung.

          Philipp Krohn
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Wie also kann sichergestellt werden, dass zukünftige Rentnergenerationen weiterhin ein sicheres Auskommen im Alter haben? Müssen durch den Niedrigzins womöglich neue Vorsorgeformen ins Spiel kommen? Sollte es mehr Anreize für kollektives Sparen im Betrieb geben? Über diese Fragen diskutierte diese Zeitung in Berlin mit je einem Vertreter der Versicherungswirtschaft und der Fondsindustrie, der Politik und des Verbraucherschutzes.

          Renditeunterschied zwischen 3,5 und 0,2 Prozent

          „Ein Großteil der Rente läuft super – nämlich die gesetzliche Rente“, sagte Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des Bundes der Versicherten. „Wir brauchen aber zusätzliche Vorsorge, denn allein kann sie die Lasten nicht stemmen.“ Riester-Produkte hätten den Nachteil, dass sie zu kompliziert seien. Das hätten Politik und Produkthersteller gemeinsam zu verantworten, sagte der Verbraucherschützer. „Riester war prinzipiell eine gute Idee. Aber leider gab es ein ,Over-Engineering‘ der Förderung“, pflichtete ihm Frank Breiting bei, Leiter private Altersvorsorge Deutschland der Deutschen Asset & Wealth Management. Die Konsequenz: „Nur große Anbieter können es profitabel betreiben.“

          Eine Untersuchung des privaten Instituts für Transparenz (ITA) kam kürzlich zu zwei bemerkenswerten Ergebnissen: Mit Hilfe der staatlichen Förderung konnte ein Sparer mit einem Kind auf 12-Jahres-Sicht bis zu 6,6 Prozent jährliche Rendite erzielen (ohne Förderung bis zu 3,5 Prozent). Die Produktauswahl beeinflusst maßgeblich die Rendite. Ein Vertrag der Cosmos-Versicherung warf ohne Förderung für einen Sparer ohne Kind rund 3600 Euro mehr ab als eine „Ergo Kaiserrente“. Das entsprach einem Renditeunterschied von 3,5 Prozent zu 0,2 Prozent.

          Vergütung stärker an der Vertragstreue ausrichten

          „Junge Leute haben inzwischen verstanden, dass sie mehr für ihre Vorsorge tun müssen“, sagte Dietmar Meister, Vorstandsvorsitzender der Generali Deutschland, der Nummer zwei am deutschen Lebensversicherungsmarkt. „Dass die Zinsen so niedrig sind und jedes Produkt schlechtgeredet wird, trägt nicht dazu bei, ihre Verunsicherung abzubauen.“ Auch Anja Karliczek (CDU), in der Unions-Bundestagsfraktion für das Thema Altersvorsorge zuständig, sorgt sich um das öffentliche Bild des Drei-Säulen-Modells: „Bei dem berechtigten Disput über einzelne Produkte dürfen wir nicht vergessen, dass die private und die betriebliche Altersvorsorge funktionieren.“ Durch den Niedrigzins seien nominal nicht so hohe Zinsen zu erzielen wie einst prognostiziert. „Aber durch die niedrige Inflation verdient man trotzdem Geld.“ Die Unternehmen müssten dennoch ihre Kapitalanlage überdenken. „Dass wir Versicherer haben, die zu 90 Prozent in Anleihen stecken, besorgt mich. Es kommt doch auf die Diversifikation an.“

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