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Aktien, Gold, Eigenheim : Altersvorsorge geht jeden an

Ob das für die Altersvorsorge genügt? Bild: Picture-Alliance

Die Menschen werden älter. Das ist erfreulich, aber auch eine Herausforderung für die langfristige Planung der Finanzen. Beginnen sollte diese Planung schon in der Jugend. Und sie endet nicht mit dem Eintritt in den Ruhestand. Wir helfen dabei.

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          In der Generation der Großeltern galten viele Menschen mit 60 Jahren als alt, obgleich sie sich überwiegend noch im Arbeitsprozess befanden. Aber die Lebenserwartung war mehrere Jahre geringer als heute, und die altersbedingten Wehwehchen und Gebrechen setzten früher ein als heute. Vor mehr als 100 Jahren, als Reichskanzler Otto von Bismarck die Sozialversicherung in Deutschland einführte, starben die Menschen sogar so früh, dass die meisten die Altersgrenze, ab der sie Anspruch auf eine gesetzliche Rente besaßen, überhaupt nicht erreichten.

          Im Jahr 2015 beträgt in Deutschland die durchschnittliche Lebenserwartung für neugeborene Jungen 77 Jahre und 9 Monate und für neugeborene Mädchen 82 Jahre und 10 Monate. Die Menschen werden nicht nur älter als früher, sie haben dank einer gemäßigteren Lebensweise, häufig weniger anstrengender und gefährlicher beruflicher Tätigkeiten sowie dank eines erheblichen medizinischen Fortschritts gute Aussichten, ihr Alter aktiver und gesünder anzugehen als in der Vergangenheit. Das ist ein erheblicher und erstrebenswerter Fortschritt - aber er kostet auch viel Geld. Denn einerseits wird die Zeit zwischen dem Ende der Berufstätigkeit und dem Tod nicht nur absolut länger; auch das Verhältnis zwischen Berufs- und Altersjahren verändert sich zugunsten des Alters. Der demographische Wandel, der die Bevölkerungspyramide langsam umkippen lässt, sowie ein deutlich höherer Aufwand für die medizinische Versorgung und die Pflegebetreuung treten als weitere finanzielle Kostenfaktoren hinzu. Es bedarf keiner Katastrophenszenarien und Verschwörungstheorien, um die erhebliche Belastung der staatlichen sozialen Sicherungssysteme zu erahnen. Sich allein auf sie zu verlassen kann sich als unvorsichtig erweisen. Die Gründe für eine ergänzende private Altersvorsorge liegen auf der Hand.

          Die Zukunft ist notwendigerweise unsicher. Niemand weiß, wie sich die Welt in den kommenden Jahrzehnten entwickeln wird. Daher kann auch niemand wissen, wie sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Preise an den Finanzmärkten verändern werden. Daher lautet das Grundprinzip einer langfristig angelegten finanziellen Vorsorge für das Alter: Man darf nicht alle Eier in einen Korb legen. Sprich, der Anleger muss im Rahmen seiner Möglichkeiten unterschiedliche Anlageformen miteinander kombinieren. Möglichkeiten, wie dies schon sinnvoll durch die Kombination von Aktien und Anleihen geschehen kann, werden in dieser Beilage beschrieben. Dabei wird auf ein Konzept zurückgegriffen, dass seit Jahrzehnten in den Vereinigten Staaten populär ist: Das Mischungsverhältnis von Aktien und Anleihen verändert sich mit dem Lebensalter.

          Wichtig ist, und dies kann nicht häufig genug wiederholt werden, dass zu einem langfristigen Sparen in Wertpapieren auch der Erwerb von Aktien oder Aktienfonds zählt. Die Beteiligung an wertschaffenden Unternehmen bietet auf lange Sicht bessere Perspektiven als die Rolle eines Gläubigers von Banken oder Staaten. Auch die erheblichen Kursschwankungen, die für Aktien gerade in den vergangenen zwei Jahrzehnten kennzeichnend waren, sollten den Sparer nicht entmutigen. Aktien sollten nicht als kurzfristige Spekulationsobjekte betrachtet werden, sondern als ein dauerhaftes Fundament eines Vermögens.

          Eigenheim so schnell wie möglich abbezahlen

          Der Aufbau einer ausreichenden Altersvorsorge ist ein sehr langfristiger, Generationen übergreifender Prozess. Aber wie früh soll ein Menschen anfangen, für das Alter zu sparen? Dies ist durchaus umstritten. Vor allem Finanzdienstleister, die Produkte verkaufen wollen, reden jungen Menschen schon im Studium und in ihrer Ausbildung ein, mit dem Sparprozess für den Jahrzehnte entfernten Ruhestand zu beginnen.

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