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Lebensversicherung : Allianz gibt keine volle Garantie mehr

Die Allianz macht Schluss mit der Sorglos-Garantie für Lebensversicherungen. Bild: Jan Roeder

Die Kapital-Lebensversicherung war immer eines: sicher. Doch je weniger Ertrag sie brachte, desto mehr erwies sich das als Nachteil. Nun soll sie beim Marktführer mit weniger Sicherheit interessanter werden.

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          In der Lebensversicherung geht eine Ära langsam zu Ende. Der deutsche Marktführer Allianz verabschiedet sich von Policen mit einer hundertprozentigen Garantie der eingezahlten Beiträge. Das gab die Allianz Deutschland am Dienstag bekannt. Ihre Absicht ist, künftigen Kunden auch in der Nullzinsphase attraktive Verzinsungen bieten zu können. Kunden können sich entscheiden, ob sie 30, 60 oder 90 Prozent der Beiträge am Ende der Ansparphase fest zugesichert bekommen wollen.

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Die deutschen Versicherer hatten sich lange dagegen gesträubt, die Zinsgarantie fallen zu lassen, weil sie diese für das Alleinstellungsmerkmal ihrer Branche in der Altersvorsorge hielten. Andere widersprachen und nannten das kollektive Sparen mit Überschussbeteiligungen als Besonderheit der Assekuranz. Je länger die Niedrigzinsphase allerdings anhielt, desto klarer zeichnete sich ab, dass damit auch die Renditen für die Kunden deutlich fielen.

          Durch die Zinsgarantien beraubten sich die Lebensversicherer aber der Möglichkeit, in renditeträchtigere Wertpapiere zu investieren, die keine feste Zinszusage mit sich bringen. Mit dem neuen Modell will die Allianz das ermöglichen. „Wir wollen, dass die Altersvorsorge bleibt, wie sie ist: mit attraktiven Renditechancen, echten Mehrwerten für unsere Kunden über Zeiträume von 30 oder 40 Jahren, dabei zuverlässig und sicher“, ließ sich Andreas Wimmer, Vorstandsvorsitzender der Allianz Leben, in einer Mitteilung zitieren.

          Tatsächlich zählte die Allianz zu den Unternehmen, die schon frühzeitig auf niedrige Zinsen und das Regulierungswerk Solvency II reagierten und sich von klassischen Policen mit festgeschriebener Verzinsung bis zum Ende der Rentenphase verabschiedeten. Das in diesem Zuge eingeführte Konzept „Perspektive“ wird auch nach dem 1. Januar weiterhin mit einer Garantie von mindestens 90 Prozent operieren. Die Allianz Pensionskasse wird von 2022 keine neuen Verträge mehr annehmen.

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