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Die Vermögensfrage : Wenn Vater und Mutter Pflegefälle werden

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Fitness im Alter ist ein Geschenk. Dennoch ist es wichtig, darüber nachzudenken, was passiert, wenn es einmal anders werden sollte. Bild: dpa

Reichen Geld und Vermögen der Eltern für die Pflegekosten nicht aus, werden die Kinder zur Kasse gebeten. Daran ändert auch die Pflegereform ab Januar nichts. Es lohnt sich, rechtzeitig vorzusorgen.

          Das Haus ist bald abbezahlt, die Kinder sind aus dem Haus. Existentielle Absicherungen wie Haftpflicht oder Berufsunfähigkeitsversicherung sind vorhanden, das Leben läuft in geregelten Bahnen. So könnte es eigentlich weitergehen. Doch auf einmal kommen Vater oder Mutter nicht mehr alleine zurecht und müssen gepflegt werden. Dann müssen Helfer organisiert, das Bad behindertengerecht umgebaut und ein Treppenlift montiert werden. Pflege kostet.

          Für einen Platz im Heim müssen Betroffene laut Pflegestatistik 2013 in Pflegestufe II im Schnitt 1875 Euro im Monat zahlen – plus 651 Euro für Unterkunft und Verpflegung. Summa summarum sind dies 2526 Euro. Es bedarf keiner großen Rechenkünste, um festzustellen, dass das Geld aus der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht reicht, um die Kosten zu decken. Diese übernimmt in diesem Fall lediglich 1330 Euro. Die Lücke von 1196 Euro müssen Vater und Mutter aus eigener Tasche zahlen.

          Gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt lediglich einen Teil der Kosten

          Reichen Rente und Vermögen der Eltern nicht aus, um die Pflegeleistungen zu finanzieren, springt zunächst die Sozialhilfe ein. Die Behörden prüfen dann, ob die Kinder in der Lage sind, für die Versorgung von Mutter und Vater aufzukommen. Zur Kasse können dabei insbesondere Unterhaltspflichtige gebeten werden, die kein eigenes Einkommen haben, aber über Vermögen verfügen. Also die Ehefrau, die sich um Haushalt und Kinder gekümmert hat und die aufgrund einer Erbschaft, Schenkung oder über den Ehepartner etwas Vermögen besitzt. Denn ihr steht anders als Berufstätigen für ihre Altersvorsorge kein Freibetrag zu. Eine Ausnahme machen die Behörden nur dann, wenn Renten und Einkünfte voraussichtlich nicht reichen, um den Unterhalt des Ehepaars im Alter zu sichern.

          Um überhaupt nicht in die Lage zu kommen, die Kinder um Hilfe zu bitten oder Elternunterhalt zahlen zu müssen, empfiehlt es sich, rechtzeitig zu planen oder vorzusorgen. Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt im Ernstfall lediglich einen Teil der Kosten. Daran ändert sich auch ab Januar mit der Pflegereform nichts. Dann werden aus den drei Pflegestufen fünf Pflegegrade. Künftig wird jeder bei der vollstationären Pflege in einem Heim denselben Eigenanteil zahlen müssen – unabhängig davon, ob er in Pflegegrad 2, 3, 4, oder 5 eingestuft wird.

          Kein Grund zur Panik

          Bisher wurde Pflege mit jeder Stufe teurer. Laut Gesundheitsministerium werden bisherige Pflegebedürftige durch die Umstellung nicht schlechter gestellt. Der Eigenanteil wird bei Menschen mit niedrigen Pflegegraden, die ab dem kommenden Jahr ins Heim ziehen, jedoch etwas höher ausfallen. „Daher ist es eine Überlegung wert, noch in diesem Jahr in ein Heim zu ziehen – sofern dies ohnehin geplant ist“, sagt Aline Klett von Finanztest.

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